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    Würzburg

    Trabusch-Vertrag: Dominique Horwitz schreibt Wut-Brief an OB

    Dominique Horwitz während der Generalprobe der Oper "Ariadne auf Naxos" im Januar dieses Jahres in Würzburg.  Foto: Josef Lamber

    Vor keiner leichten Entscheidung stehen die Würzburger Stadträte am Donnerstagabend. In nichtöffentlicher Sitzung werden sie darüber beraten, ob der Vertrag von Mainfranken Theater-Intendant Markus Trabusch mit der Stadt Würzburg verlängert wird oder nicht. Planmäßig läuft der Fünfjahresvertrag im August 2021 aus, entschieden wird jetzt über eine Verlängerung um weitere fünf Jahre. 

    Wie berichtet, ist Markus Trabusch wegen seines Führungsstils und Umgangstons bei Teilen der Theaterbelegschaft umstritten, die Kritik war auch ins Rathaus gedrungen.  Oberbürgermeister Christian Schuchardt hatte sich vor drei Wochen in einer Stellungnahme mit Blick auf den Intendanten eher kühl geäußert. In seiner Eigenschaft als Theaterreferent wird er dem Stadtrat am Donnerstag einen Beschlussvorschlag unterbreiten. Trabusch hatte gegenüber dieser Redaktion Fehler im Umgang mit Mitarbeitern eingeräumt, zugleich das Betriebsklima insgesamt – "von einzelnen Schwankungen, wie es sie in jedem Betrieb gibt, einmal abgesehen" – aber als gut eingeschätzt.

    Horwitz wirft OB Lagerbildung vor

    Unterdessen hat sich der Schauspieler und Regisseur Dominique Horwitz mit einem wütenden Brief an Schuchardt gewandt. Der Brief liegt dieser Redaktion vor. Horwitz hatte Anfang dieses Jahres in Würzburg die Richard-Strauss-Oper "Ariadne auf Naxos" inszeniert und hier nach eigener Aussage enge Kontakte geknüpft, die sich nicht nur auf das künstlerische Personal beschränken.

    "Ich habe erfahren, auf welch unehrenhafte Weise mit Markus Trabusch umgegangen wird, nachdem eine Handvoll Mitarbeiter sich bei Ihnen über seinen Führungsstil beschwert hat", schreibt Horwitz und wirft dem OB vor: "Ihr Vorgehen hat zu einer Lagerbildung im Theater geführt, zu einer regelrechten Spaltung. Und Sie schädigen zudem einen Intendanten, der in den ersten drei Jahren seiner Intendanz Großes geleistet hat."

    Seit Markus Trabusch das Haus leite, spreche man wieder bundesweit vom Mainfranken Theater: "Er hat das Theater aus seinem Dornröschen-Schlaf geweckt, er organisiert in fabelhafter Weise den Um- und Neubau des Theaters, und all dieses erscheint in der jetzigen Situation mit einem Mal gegenstandslos." Er habe den Intendanten "als einen in der Sache kämpferischen und unbeugsamen Vertreter der Interessen seines Theaters, seiner Produktionen, seiner Mitarbeiter" kennengelernt, so Horwitz. 

    Schuchardt: Das ist der Blick von außen

    "Ich bin dem Theater so nahe, dass mich diese Angelegenheit aufwühlt", sagte Horwitz am Dienstag im Gespräch mit dieser Redaktion. "In einer Zeit, da es für alle schwer ist und in der so viel abgefordert wird, kann es nicht darum gehen, anderen während der Arbeit zu gefallen. Nett sein ist kein Beruf!" Er vermute hinter den Vorgängen eine Intrige: "Das riecht sehr nach Gemauschel."

    OB Schuchardt zeigte sich am Dienstag unbeeindruckt von Horwitz' Brief. Er habe in den vergangenen Wochen zahlreiche Briefe in der Angelegenheit erhalten, sowohl positive als auch negative. "Ich kenne den Herrn nicht persönlich. Herr Horwitz ist kein Mitglied des Ensembles. Was er schreibt, ist der Blick von außen. Ich halte das für einen bestellten Brief." 

    • Lesen Sie hier den Brief von Dominique Horwitz in voller Länge

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