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    Schweinfurt

    Umjubeltes Debut des Ballett Augsburg am Theater Schweinfurt

    Cantata: Die Choreographie von Mauro Bigonzetti ist eine pulsierende Hymne auf das Leben und die Facetten der Liebe – Verführung, Leidenschaft, Streit und Eifersucht. Foto: Jan Pieter Fuhr

    Endlich. Start in die neue Tanz-Saison im Schweinfurter Theater mit dem umjubelten Debut des Ballett Augsburg mit "Dimensions of Dance". Augsburgs neuer engagierter Ballettdirektor und Chefchoreograf Ricardo Fernando präsentierte mit seinem 16-köpfigen Ensemble einen spannenden, kontrastreichen Ballettabend mit tänzerischem Elan, voll ansteckender Begeisterung. Das Publikum feierte die strahlenden jungen Tänzerinnen und Tänzer mit Applausstürmen und Bravorufen.

    Zur Eröffnung "Beginning after" des spanischen Choreografen Cayetano Soto, der das Werk während einer schweren Krankheit vom Krankenhausbett aus per Skype mit dem Ballet Vancouver erarbeitete. Beeinflusst  von seiner Eigenart, sich in seinen Werken oft mit Vergänglichkeit und Tod zu beschäftigen. Auf einer dunkel ausgekleideten Bühne agieren schwarz gekleidete Tänzer im fahlen Licht zur Musik von Georg Friedrich Händel.

    Doch statt barockem Glanz und Jubel geht es im ersten Duett aus "Julius Cäsar" um ein tränenreiches Leben. Die Compagnie interpretiert diese moll-verhangene Stimmung voll tänzerischer Ausdruckskraft in kurzen, durch Blackouts getrennten Szenen mit seltsam eckigen gebrochenen Bewegungen. Die zweite Sopran-Arie mit obligatem Cello beginnt mit einem Mix aus klassischen Bewegungsmustern, zeitgenössischem Tanz und fast akrobatischen Figuren. Doch auch hier setzen sich letztlich düstere disharmonische Bilder durch, zum Lamento des wehklagenden Cellos.

    "Six Breaths" von Ricardo Fernando erzählt von der Kostbarkeit des Atmen-Könnens. Zu einer Komposition von sechs Celli von Ezio Bosso lässt Fernando expressive und introvertierte Bilder entstehen: Liegende in Gebärstellung, der erste Atemzug des Neugeborenen, Atemlosigkeit in einem temperamentvollen Pas de trois, in "Crying Breath" einen Pas de deux voller Zärtlichkeit und Hingabe, der mit Trennung endet. Dann demonstrieren zwei Tänzer in "Under once's Breath" eine zu enge, beklemmende Verbindung. Und schließlich "Last Breath", der letzte Atemzug eines Menschen, in dem Musik und Tanz nach einem Fortissimo-Aufbäumen sich verlangsamen und zum Stillstand kommen.

    Nach so viel Dramatik wilder mediterraner Frohsinn mit "Cantata"  des italienischen Choreografen Mauro Bigonzetti, lange Zeit künstlerischer Direktor der in Schweinfurt hoch geschätzten Compagnie Aterballetto. Die volksnahe Choreografie ist eine pulsierende Hymne auf das Leben und die Facetten der Liebe: Verführung, Leidenschaft, Streit und Eifersucht. Die Tänzerinnen und Tänzer werfen sich mit voller Vitalität in dieses südliche Festival des Lebens und formen es mit italienischer Musik und Liedern zu einem rauschenden Finale.

    Ballett Augsburg: Weitere Vorstellungen Freitag, 4. Oktober, und Samstag, 5. Oktober, im Theater Schweinfurt. Karten unter Tel. (09721) 514955.

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