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    WÜRZBURG

    Warum Sum41 nicht in der Punk-Versenkung verschwunden sind

    Sum41 haben die Sprache der Jugend gesprochen. In den späten 90ern und frühen Nullern haben sie vom stressigen Leben der Highschool gesungen, von der Zerrissenheit zwischen Pubertät und Erwachsenwerden und nicht zuletzt von dieser vermeintlich komplizierten Sache, die sich erste Liebe nennt. Viele Jugendliche sind mit den rotzfrechen Punkrockern aus dem kanadischen Ajax aufgewachsen. Sum41 stiegen schnell zu Teenie-Idolen auf, nicht zuletzt durch so manchen Soundtrack zur College-Filmreihe „American Pie“.

    Seit 22 Jahren im Geschäft

    Mit Sum41 sind viele andere Punkbands auf den Zug aufgesprungen und haben versucht, mit einer Anti-Alles-Attitüde Teenager in ihren Bann zu ziehen – um bald in der künstlerischen Belanglosigkeit zu verschwinden. Sum41 sind geblieben.

    Nach 22 Jahren Bandbestehen und sechs Studioalben sorgen sie immer noch für ausverkaufte Konzerte. So wie am Dienstag in der Posthalle Würzburg. Etwa 2000 Fans erwarteten die Band um Frontsänger Deryck Whibley laut Veranstalter. 2012 sind sie schon einmal in Würzburg aufgetreten.

    Pop-Punk der alten Schule

    Es eröffneten drei Jungs aus Texas: Die relativ junge Band „Waterparks“ (2011 gegründet) präsentierte als Support Punkpop der alten Schule mit allem, was dazugehört – inklusive relativ schwacher Stimme des Frontmannes.

    Sum41 gaben sich dann gewohnt locker, bedienten stilecht und zielsicher ihr Publikum und hatten dabei einen Mordsspaß. Der Saal hoppelte und grölte munter mit. Die Band griff vermehrt zu Songs aus den älteren Alben „Does This Look Infected?“ und „All Killer No Filler“. Zwischen Songs jüngerer Alben streute sie Cover-Versionen von Pink Floyd, Black Sabbath oder Linkin Park.

    Frontsänger Deryck Whibley, der 2014 wegen Alkoholmissbrauchs fast gestorben wäre, präsentierte sich hochprofessionell, ohne sein Punkerimage aufzugeben. Auch wenn viele – vor allem ab der Mitte der Halle – ihn auch nach 20 Songs wohl nicht richtig zu Gesicht bekommen haben. Whibley ist 1,70 Meter groß und verschwand die meiste Zeit hinter einer Flut aus Händen, Handys und auf den Schultern sitzenden Mädels.

    Neues Album kommt nächstes Jahr

    Sum41 zeigten, dass sie nicht in einen Topf mit all den austauschbaren Klischee-Punkern gehören. Mit farblosen Bands also, die in den Neunzigern im Fahrwasser von Green Day oder Blink 182 berühmt wurden, um letztlich wieder von der Bildfläche zu verschwinden. Weil die Elemente aus Alternative Rock und Metal in ihrer Musik für Vielfalt sorgen.

    Am Ende gab es mit der Ankündigung eines neuen Albums noch eine Überraschung: „Wir gehen jetzt nach Hause und machen etwas Neues für euch“, sagte Whibley auf Englisch und entließ die Fans zufrieden und hoffnungsvoll in die Nacht.

     

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