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    Würzburg

    Was Autoren selbst am liebsten lesen

    Welches Buch lesen Sie gerade? Welches Buch hat Sie gequält? Welches müsste noch geschrieben werden? Wir haben die MainLit-Autoren befragt. Hier sind ihre Antworten.
    Liegt bei Schriftstellern so viel Lektüre auf dem Nachttisch? Foto: Jan Woitas, dpa

    Über 40 Veranstaltungen mit namhaften Autoren in drei Wochen: Vom 26. Februar bis 18. März findet das erste mainfränkische Literaturfestival MainLit in Würzburg statt. Unter den Gästen sind unter anderem Axel Hacke, Bärbel Schäfer, Sebastian Fitzek, Notker Wolf, Tanja Kinkel und das Autorenduo Klüpfel & Kobr - sowie Vertreter der regionalen Literaturszene. Dazu gibt es in Schulen des Landkreises eintrittsfreie Lesungen für Kinder und Jugendliche, unter anderem mit Paul Maar, dem Erfinder des Sams.

    Was aber lesen die, die Bücher schreiben, selbst am liebsten? Wir haben Festival-Teilnehmern jeweils fünf Fragen gestellt. Hier sind Antworten.

    Ewald Arenz Foto: Lowarig

    Ewald Arenz

    Welches Buch lesen Sie gerade?

    Was mir heute gerade wieder einmal in die Hände gefallen ist: Hans Fallada, "Der eiserne Gustav". Sehr kurios, aber manchmal lese ich gerne auch alte Bücher wieder.

    Was war das erste Buch, das Sie je gelesen haben?

    Oje. Ich erinnere mich nicht. Ich konnte einigermaßen lesen, bevor ich sechs war. Ich glaube, es war die "Häschenschule"

    Was ist Ihr Lieblingsbuch?

    Ich finde, das ist eine unfaire Frage. Ich habe doch einige, die ich wirklich immer und immer wieder lese, aber ich kann nicht sagen, dass eines davon mein absoluter Liebling wäre. Aber hier kommen die wichtigsten: Kurt Tucholsky – "Rheinsberg", Werner Bergengruen – "Der Großtyrann und das Gericht", Alessandro Baricco – "Ohne Blut",  Philip K. Dick – "Eye in the Sky" und natürlich Mariana Leky – "Was man von hier aus sehen kann".

    Welches Buch hat Sie gequält?

    Es gab Bücher, durch die ich mich kämpfen musste, aber gequält hat mich noch nie eines.

    Welches Buch müsste noch geschrieben werden?

    Mein nächstes ... Danke, dass Sie mich daran erinnern.

    Ewald Arenz liest am 13. März, 19.30 Uhr im Keller Z87. Er schreibt in seinem Roman "Alte Sorten" von einer Bekanntschaft zwischen zwei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Ewald Arenz wurde 1965 in Nürnberg geboren und hat amerikanische Literatur und Geschichte studiert. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Fürth.

    5 Fragen an Sebastian Fitzek

    Foto: Gene Glover, Agentur Focus
    Welches Buch lesen Sie gerade?

    "The Chain" von Adrian McKinty.

    Was war das erste Buch, das Sie je gelesen haben?

    "Unterm roten Dach" von Enid Blyton.

    Was ist Ihr Lieblingsbuch?

    "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende.

    Welches Buch hat Sie gequält?

    Stephen Kings „Es", und das war herrlich!

    Welches Buch müsste noch geschrieben werden?

    In wenigen Jahren der Tatsachenbericht: Wie die Welt es geschafft hat, alle Probleme zu lösen.

    Sebastian Fitzek liest am 18. März, 19.30 Uhr, im CCW in Würzburg. Er zählt zu den erfolgreichsten deutschen Autoren von Psychothrillern. Seit seinem Debüt "Die Therapie" (2006) finden sich seine Romane weit oben auf den Bestsellerlisten. Sein neuestes Buch "Das Geschenk" handelt von einer alptraumhaften Suche nach einem verängstigten Mädchen.

    5 Fragen an Axel Hacke

    Foto: Thomas Dashuber
    Welches Buch lesen Sie gerade?

    "Bitterer Zorn" von Norbert Horst, der für mich einer der besten deutschen Krimi-Autoren ist, fast eine eigene Kategorie, weil er selbst Kommissar ist und seine Bücher deshalb sehr nah an der Realität sind, was Polizeiromanen nur gut tun kann.

    Was war das erste Buch, das Sie je gelesen haben?

    Weiß ich nicht mehr, aber das erste Buch, an das ich intensivste Erinnerungen habe, war „Locke und die Fußballstiefel" von Hasso Damm, ein weit über den Fußball hinausgehendes Jugendbuch über Leistungsdruck, Träume, das Leben überhaupt.

    Was ist Ihr Lieblingsbuch?

    Immer noch Carson McCullers' „Die Ballade vom traurigen Café", ein unglaublich dichtes, schönes, rätselhaftes Buch, das ich immer wieder lese.

    Welches Buch hat Sie gequält?

    Derzeit „Augustus" von John Williams, ein großer posthumer Erfolg des Autors, das ich immer wieder beiseite lege und dann doch wieder hervorsuche, sehr interessant – aber auch ein bisschen langweilig...

    Welches Buch müsste noch geschrieben werden?

    Mein nächstes. Aber ich sitze schon dran.

    Axel Hacke liest am 2. (19.30 Uhr) und 3. März (20 Uhr, ausverkauft), im Gut Wöllried in Rottendorf. Hacke liest nicht nur vor, sondern erzählt von seiner Arbeit und redet über das Leben. Sein neuestes Werk "Wozu wir da sind – Walter Wemuts Handreichungen für ein gelungenes Leben" ist der Monolog eines hauptberuflichen Nachruf-Autors über die großen Fragen unserer Existenz.

    5 Fragen an Julia Hanel

    Foto: Christiane Heinig
    Welches Buch lesen Sie gerade?

    "Sag ihr, ich war bei den Sternen" von Dani Atkins

    Was war das erste Buch, das Sie je gelesen haben?

    Abgesehen vom Erstklass-Lesebuch war das vermutlich "Meine Schwester Klara" von Dimiter Inkiow.

    Welches Buch hat Sie gequält?

    Eigentlich quälen mich Bücher nicht, aber "Still Alice" von Lisa Genova hat mir schlaflose Nächte bereitet und mich noch lange beschäftigt.

    Welches Buch müsste noch geschrieben werden?

    Harry Potter Band 8 (bis 100). Von der Rowlingschen Zauberwelt bekomme ich nie genug.

    Julia Hanel liest zusammen mit Kristina Moninger am 27. Februar , 19.30 Uhr, im Keller Z87 in Würzburg aus ihrem neuesten Roman „Herzklopfen nicht ausgeschlossen“. Die in Ansbach geborene Autorin lebt seit 2012 in Würzburg und schreibt als Journalistin sowie als Autorin gefühlvoller Romane. Mit „New Promises“ gelang ihr unter dem Pseudonym Lilly Lucas der Sprung auf Platz 20 der Spiegel-Bestsellerliste.

    5 Fragen an Tanja Kinkel

    Foto: FinePic
    Welches Buch lesen Sie gerade?

    Barbara Stollberg-Rilinger, "Maria Theresia: Die Kaiserin in ihrer Zeit".

    Was war das erste Buch, das Sie je gelesen haben?

    Einmal abgesehen von Bilderbüchern wie der "Raupe Nimmersatt", als ich noch nicht lesen konnte, dafür aber blättern – "Winnetou I" von Karl May. Mein Großvater hatte mir so viele Karl-May-Geschichten erzählt, dass ich sie unbedingt selbst nachlesen wollte, sobald ich das Lesen gelernt hatte.

    Was ist Ihr Lieblingsbuch?

    Ein einziges Lieblingsbuch habe ich nicht, dafür liebe ich zu viele Bücher. Eines meiner absoluten Favoriten ist aber sicherlich "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende.

    Welches Buch hat Sie gequält?

    "Der Hexenhammer" von Jakob Sprenger und Heinrich Institoris. Ich musste das Buch seinerzeit im Rahmen meiner Recherche zu den "Puppenspielern" lesen. Eines der übelsten Bücher der Weltliteratur.

    Welches Buch müsste noch geschrieben werden?

    Eine praktizierbare Gebrauchsanweisung, um zu verhindern, dass wir Menschen so viel besser darin sind, einander Leid zuzufügen, als darin, einander zu helfen.

    Tanja Kinkel liest am 11. März, 19.30 Uhr, im Bockshorn in Würzburg. Sie veröffentlichte bereits mit 19 Jahren ihren ersten Roman. Heute ist die gebürtige Bambergerin eine der erfolgreichsten Autorinnen historischer Romane, die in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt wurden. In "Schlaf der Vernunft" geht es um die Tochter einer begnadigten RAF Terroristin.

    5 Fragen an Klüpfel & Kobr

    Foto: Hans Scherhaufer
    Welches Buch lesen Sie gerade?

    Michael Kobr: John Colapinto, „Ein unbeschriebenes Blatt“

    Volker Klüpfel: "Der Fluss", von Peter Heller.

    Was war das erste Buch, das Sie je gelesen haben?

    Kobr: "Peter und Mausi Maus" (Pixi)

    Klüpfel: "Emil und die Detektive"

    Was ist Ihr Lieblingsbuch?

    Kobr: Paul Watzlawick, "Anleitung zum Unglücklichsein"

    Klüpfel: "Die Straße" von Cormac McCarthy

    Welches Buch hat Sie gequält?

    Kobr: Mein Physikbuch in der 11. Klasse...

    Klüpfel: "Moby Dick" von Melville

    Welches Buch müsste noch geschrieben werden?

    Kobr: Unser neuer Roman - ich glaube, ich mache mich mal wieder an die Arbeit, hilft ja nix!

    Klüpfel: Unser Nächstes!

    Klüpfel und Kobr lesen am 9. März, 19.30 Uhr, in den Mainfrankensälen Veitshöchheim. Volker Klüpfel und Michael Kobr sind schon seit ihrer Schulzeit befreundet. Im Zentrum ihrer erfolgreichen Romanreihe steht der Kommissar Kluftinger. "Draußen" ist der erste Thriller des Duos. Ein Leben im Wald, kein Zuhause, immer auf der Flucht: Das ist alles, was Cayenne und ihr Bruder Joshua kennen.

    5 Fragen an Kristina Moninger

    Foto: Ralf Thees
    Welches Buch lesen Sie gerade?

    Ich lese gerade "Sweet Sorrow" von David Nicholls.

    Was war das erste Buch, das Sie je gelesen haben?

    Daran kann ich mich nicht erinnern. Das Lese-Lern-Buch in der Grundschule, vermutlich. Aber ich habe, sobald ich lesen konnte, alles verschlungen, was ich in die Finger bekommen habe.

    Was ist Ihr Lieblingsbuch?

    Eines? Ich habe unzählige Lieblingsbücher aus verschiedenen Genres und es wäre diesen vielen schönen Geschichten gegenüber unfair, eines besonders hervorzuheben.

    Welches Buch hat Sie gequält?

    Bücher quälen mich nicht. Wenn mir etwas gar nicht gefällt, dann breche ich es ab.

    Welches Buch müsste noch geschrieben werden?

    Wenn ich das wüsste, würde ich sofort damit anfangen, es zu schreiben.

    Kristina Moninger liest mit Julia Hanel am 27. Februar, 19.30 Uhr, im Keller Z87 in Würzburg. Sie wurde 1985 in Würzburg geboren, hat eine kaufmännische Ausbildung und ein Übersetzerstudium. Sie schreibt romantische Geschichten. Ihr Roman "Wenn gestern unser morgen wäre" hat sich über 100 000 Mal verkauft. "Das Leben ist auch nur eine Wolke" ist ihr sechster Roman.

    Fünf Fragen an Bärbel Schäfer

    Foto: Anna Jahn
    Welches Buch lesen Sie gerade?

    Elif Shafak,  „Unerhörte Stimmen"

    Was war das erste Buch, das Sie je gelesen haben?

    "Die kleine Raupe Nimmersatt"

    Was ist Ihr Lieblingsbuch?

    „Alle Menschen sind sterblich" von Simone de Beauvoir

    Welches Buch hat Sie gequält?

    Bücher quälen mich selten, es sei denn es sind Mathebücher.

    Welches Buch müsste noch geschrieben werden?

    Das Buch, das nach dem Lesen den Hass, die Wut auf das Anderssein, den Neid, den Antisemitismus und Rassismus aus unserem Land verbannt.

    Bärbel Schäfer liest am 5. März, 19 Uhr, in der St.-Kilian-Kirche im Juliusspital Würzburg. In "Ist da oben jemand?" gibt sie tiefe Einblicke in ihre Seele, ihre Wut, ihren Schmerz und ihre Verzweiflung, denn sie verlor ihren Bruder durch einen tödlichen Autounfall. Bärbel Schäfer beschreibt offen und ehrlich ihre Skepsis und ihr Hadern im Umgang mit Gott. 

    Fünf Fragen an Ulrike Sosnitza

    Foto: Gerhard Bayer
    Welches Buch lesen Sie gerade?

    Laetitia Colombani: "Der Zopf". Eine Geschichte über drei Frauen, deren Schicksale unbemerkt über Kontinente hinweg verknüpft sind. Jedenfalls glaube ich, dass sie es nicht bemerken werden, ich habe den Roman zu ungefähr zwei Dritteln gelesen und kann ihn sehr empfehlen.

    Was war das erste Buch, das Sie je gelesen haben?

    Tilde Michels: "Der kleine König Kalle Wirsch".

    Was ist Ihr Lieblingsbuch?

    Immer eine schwierige Frage. Es gibt so viele gute Bücher! Unvergessen ist aber "Orlando" von Virginia Woolf, ein Roman voller Leichtigkeit, Fantasie und der Liebe zum Leben. Ich las ihn das erste Mal mit 15 und bin noch immer so begeistert, dass ich für eine Theateraufführung extra nach Berlin fahren werde.

    Welches Buch hat Sie gequält?

    Michel Houllebecq: "Die Unterwerfung"

    Welches Buch müsste noch geschrieben werden?

    Keine Ahnung. Das ist ja das Spannende an der Literatur: dass sie immer wieder zu überraschen vermag!

    Ulrike Sosnitza liest am 5. März, 19.30 Uhr, im Keller Z87 in Würzburg. Es ist die Premierenlesung aus ihrem neustem Roman "Sternenblütenträume". Er handelt von der Fotografin Nina, die notgedrungen wieder bei ihren Eltern lebt, weil sie wieder Single ist. Überregional bekannt wurde die Autorin durch "Novemberschokolade", das 2016 auf Platz 34 der Spiegel-Bestsellerliste landete.

    5 Fragen an Notker Wolf

    Foto: Wolf
    Welches Buch lesen Sie gerade?

    Florian Illies, "1913. Der Sommer des Jahrhunderts".

    Was war das erste Buch, das Sie je gelesen haben?

    Ein Medizinlexikon. Es war noch Ende des II. Weltkriegs. Ich lag öfters krank im Bett, und Kinderbücher gab es keine. Aber meine Mutter hatte dieses Lexikon. Ich interessierte mich allerdings nicht so sehr für die Krankheiten, sondern für die Pflanzen und habe später zum Pflanzenbestimmungsbuch von Linné gegriffen, so dass ich beim Abitur praktisch alle Pflanzen unserer Gegend kannte.

    Was ist Ihr Lieblingsbuch?

    Das Neue Testament. Dort finde ich die echte Lebensweisheit.

    Welches Buch hat Sie gequält?

    Mehrere, vor allem Sprachlehrbücher. Koreanisch braucht unendlich viel Geduld und jetzt genauso Arabisch.

    Welches Buch müsste noch geschrieben werden?

    Ein Buch über die positive Entwicklung der Welt. Weltuntergangsstimmung hat es immer gegeben. Wir brauchen ein Buch, das nach vorne blickt.

    Notker Wolf liest am 11. März, 19.30 Uhr, in St. Johannis Würzburg. Notker Wolf erzählt in"Ich denke an Sie – die Kunst einfach da zu sein" von Begegnungen, die Mut und Kraft geben. Wolf trat 1962 in die Benediktinerabtei St. Ottilien ein und wurde 1977 zum Erzabt gewählt. Von 2000 bis 2016 war er als Abtprimas mit Sitz in Rom der höchste Repräsentant von mehr als 800 Klöstern und Abteien weltweit.

    Karten für das Literaturfestival MainLit gibt es beim Ticketservice der Main-Post, Tel. (0931) 6001 6000, oder auf der Homepage www.main-lit.de

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