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    Würzburg

    Wer hat Angst vor roten Herzen? Dorothea Göbel im Spitäle

    Dorothea Göbel lässt die Figuren ihrer Gemälde – meist sind es Herzen – in eindeutigen Symbolen sprechen. Foto: Joachim Fildhaut

    Die Ausstellung "… Rosen sind Deinem Herzen näher…" der Künstlerin Dorothea Emma Maria Göbel im Würzburger Spitäle überwältigt mit gewaltigen Herzformen im Großformat. Und die Leinwände reichen diesmal hoch. Denn Göbel hat extra schmale Bilder gemalt, um sie in die Nischen weit überkopf des Publikums zu stellen.

    Damit die klassische visuelle Gewichtsverteilung stimmt, herrschen unten intensive, ziemlich dunkle, schwere Rottöne. Darüber dominiert eher das leuchtende Grün. Grün? Keine Bange, die extrovertierte Schweinfurterin hat keineswegs ihr Thema verfehlt: "Grün mit einem rosa Schimmer ist die Farbe des Herz-Chakra", erklärt sie aus dem Tantrischen und ohne Angst, der Betrachter könne irgend etwas allzu Persönliches in die Leinwände hineindeuten: Das ist gewollt. Ihr kommt es auf das Gefühl an.

    Wenn Göbel eine Versöhnung malt, dann stört auch rein gar nichts

    Gestisch gesteuert sind viele farbige Hintergründe. Dorothea Göbel schüttet gern verdünnte, aber immer noch leuchtende Acrylfarbe auf liegende Bildgründe. Dann setzt sie einen weit ausholenden Pinselschwung nach. Die große Geste, das Schöpfen aus dem Vollen – es ist überhaupt kein Wunder, dass die Künstlerin beim Hängen der Ausstellung auf volle Wände drängte, während die Leitung der VKU-Kunsthalle (Vereinigung Kunstschaffender Unterfrankens) lieber auf einige Titel verzichtet hätte, zugunsten des leeren weißen Raumes. Ja, es bestand die Gefahr, dass sich die Bilder gegenseitig übertönen. Aber genau so ist es ja auch mit den wirklichen Emotionen.

    Der Kopf geht dabei nicht unter. Ihm helfen hier und dort eindeutige Botschaften. Da siedeln in einem Farbmeer zwei runde Zeichen nebeneinander: zerschlagenes Geschirr (in Wirklichkeit übrigens ein am Boden einer Dose eingetrockneter Farbrest) und ein Fellpuschel. Nach dem Krach wird alles wieder gut. Und wenn Göbel eine Versöhnung malt, dann stört auch rein gar nichts. Dann kommt’s zu einem "Feuerwerk der Lust", wie ihre letzte Ausstellung am selben Ort vor zehn Jahren hieß. Einige eigene Skulpturen und Licht-Installationen – realisiert mit Ralf Stößel – zeigen die Spannbreite der Künstlerin. Gast-Bildhauerei steuern ihre ehemalige Ateliernachbarin Steff Bauer und Hagga Bühler bei.

    Zur Vernissage am Sonntag, 4. August, 15 Uhr spricht der ehemalige Schweinfurter Kunsthallen-Leiter Prof. Erich Schneider, zur Finissage am 1. September Michael Koller, kommissarischer Leiter der Museen der Diözese Würzburg.

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