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    Würzburg

    Antwort auf Samstagsbrief: "Bauern sind Klimaschützer!"

    Im Samstagsbrief schrieb Redakteurin Gisela Rauch an den Landwirt Jens Wasmuth. Seinem Protestaufruf folgten jüngst 1000 Bauern. Wasmuth hat zurückgeschrieben.
    Jens Wasmuth (33) ist einer der bayerischen Organisatoren der Bewegung "Land schafft Verbindung".  Foto: Jens Wasmuth

    Im Samstagsbrief schrieb Redakteurin Gisela Rauch an den Landwirt Jens Wasmuth. Seinem Protestaufruf folgten jüngst 1000 Bauern - und legten den Würzburger Verkehr lahm. Nun hat Wasmuth zurückgeschrieben:

    Sehr geehrte Frau Rauch,

    Sie bezeichnen das Verkehrschaos als eine Zumutung. Oberflächlich betrachtet möchte ich Ihnen Recht geben. Aber genauer betrachtet dauert ein Verkehrschaos wenige Stunden, während eine Düngeverordnung, Agrarpakete oder gar Handelsabkommen Jahrzehnte überdauern und nicht aufgelöst, sondern verschärft werden. Auch gefährden sie nicht nur einen Termin, sondern Existenzen.

    Die hohe Teilnehmerzahl hat selbst uns staunen lassen, jedoch nicht des Erfolges wegen, sondern weil daran zu sehen ist wie sehr unsere fränkischen Landwirte mit dem Rücken zur Wand stehen. Deshalb war der Demotermin auch nicht problematisch sondern längst überfällig.

    Erlauben Sie mir bitte die Frage, warum Klimaschützer unsere Feinde sind? Wir sind Klimaschützer!!! Sie werden erstaunt feststellen, dass die Land und Forstwirtschaft bis heute als einziger Wirtschaftszweig über die Photosynthese CO2 bindet. Ebenso schützen wir die Natur als unsere Lebensgrundlage! Das Lob des Bauernverbandes erfüllt uns mit Stolz, denn dieser wird durch uns indirekt unterstützt. Erlauben Sie mir den Hinweis, dass dieser so aktiv wie lange nicht ist...

    Grüße Jens Wasmuth


    Der Samstagsbrief
    Jedes Wochenende lesen Sie unseren "Samstagsbrief". Was das ist? Ein offener Brief, den ein Redakteur unserer Zeitung an eine reale Person schreibt – und tatsächlich auch verschickt. An eine Person des öffentlichen Lebens, die zuletzt Schlagzeilen machte. An jemanden, dem wir etwas zu sagen haben. An einen Menschen aus der Region, der bewegt hat und bewegt. Vielleicht auch mal an eine Institution oder an ein Unternehmen. Oder ausnahmsweise an eine fiktive Figur.

    Persönlich, direkt und pointiert formuliert soll der "Samstagsbrief" sein. Mal emotional, mal scharfzüngig, mal mit deutlichen Worten, mal launig – und immer mit Freude an der Kontroverse. Der "Samstagsbrief" ist unsere Einladung zur Debatte und zum Austausch. Im Idealfall bekommen wir vom Adressaten Post zurück. Die Antwort und den Gegenbrief, den Briefwechsel also, finden Sie dann auf jeden Fall bei allen "Samstagsbriefen" hier.

    Und vielleicht bietet die Antwort desjenigen, der den "Samstagsbrief" zugestellt bekommt, ja auch Anlass für weitere Berichterstattung – an jedem Tag der Woche.

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