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    Standpunkt: Die Angst vor dem Virus

    Bisher hat Europa Glück: Es gibt nur wenige Fälle von Infektionen mit dem Covid-19-Virus. Außerdem verlaufen die Erkrankungen vergleichsweise mild. Doch den Gesundheitsministern der EU war gestern in Brüssel anzumerken, dass sie diesem Frieden nicht trauen.

    Auch nur ein einziger Krankheitsfall, bei dem die Übertragung außerhalb Chinas stattgefunden hat, könnte die Lage ändern. Also verfasste man weniger Beschlüsse als vielmehr Appelle, die der Bevölkerung sagen sollten: „Kein Grund zur Panik. Wir sind gut gerüstet.“

    Das mag für die Sicherheitsbehörden, Kliniken und Quarantäne-Stationen stimmen, für die breite Öffentlichkeit aber nicht. Die Epidemie ist zwar noch nicht zur globalen Pandemie geworden. Aber die Unruhe grassiert längst. Und dabei ist eines der größten Probleme noch gar nicht spürbar: der verschärfte Mangel an Arzneimitteln.

    Denn der grassierende Mangel von Antibiotika oder Präparaten zur Krebsbehandlung kommt erst noch. Längst hätte die Europäische Kommission mit Entschlossenheit etwas tun müssen. Nicht nur Europa, sondern weite Teile der Welt leben seit langem mit dem Risiko, dass dringend benötigte Arzneimittel nicht mehr greifbar sind.

    Die Frage, was das für das Übergreifen einer Infektionskrankheit bedeuten würde, ist nicht nur unbeantwortet, sondern schlicht unerträglich. Und so blieb beim Sondertreffen der Gesundheitsminister die latente Unruhe denn auch deutlich größer, als die verabschiedeten Dokumente zeigen.

    Die EU gibt sich überzeugt, mit den Covid-19-Fällen fertig zu werden. Europa ahnt die Herausforderung, hat ihr aber zu wenig entgegenzusetzen.

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