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    Standpunkt: Wasserstoff marsch

    Es könnte so einfach sein: Wasserstoff ist sauber, nahezu unbegrenzt verfügbar und damit eine ideale Kraftstoffquelle für Autos. Im Gegensatz zu Batterien fallen keine Altlasten an. Wenn für die Herstellung noch dazu erneuerbare Energien verwendet werden, ist Wasser der Stoff, aus dem die Träume aller Klimaschützer sind. Zumal das unsichtbare Gas den Energiehunger der Industrie klimaneutral stillen könnte.

    Es könnte so einfach sein, ist es aber nicht. Jedenfalls nicht in Deutschland. Hierzulande hat die Regierung erst die Batteriezellforschung verschlafen. Jetzt ist sie diesbezüglich zwar wach geworden, blinzelt dafür aber der Erforschung der Wasserstoff-Technologie hinterher. Es fehlte bislang nicht nur an Forschungsgeldern, es fehlte auch an Absprachen mit der Industrie. Wasserstoffautos sind teuer, die Auswahl ist klein, und wer eins hat, muss mit nur 80 Tankstellen in ganz Deutschland auskommen.

    Das ist kein Grund, abzutauchen und aufzugeben. Deutschland und seine Ingenieurskunst haben immer noch einen guten Ruf in der Welt, da kann noch einiges in Bewegung kommen. Nur schneller muss es gehen. Für Arbeitskreise und langatmige Strategiepapiere ist keine Zeit. Dazu gehört übrigens auch, dass Deutschland egoistischer werden muss und nicht auf eine Abstimmung innerhalb der EU warten kann. Bis die steht, fließt noch so viel Wasser den Bach runter, dass Deutschland am Ende auf dem Trockenen steht.

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