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    Absurdes Mulch-Management

    Wenn über die Ursachen des Insektensterbens gestritten wird, gibt es viele Mitwirkende. Dass die industriealisierte Landwirtschaft einen großen Anteil hat, zeigt sich einfach an dem weitaus größten Flächenanteil. Dass der Bürger mit seinem Sauberkeitswahn (blütenlose Rasenflächen, rundgestutzte verkrüppelte Blühsträucher, zugepflasterte Grundstücke,tote Kiesflächen ) ein Mitverursacher des Artensterbens ist, ist auch klar. Aber die großen Mitverursacher, von denen bisher kaum jemand redet, sind die Gemeinden (Bauhöfe) mit ihrem absurden Mulch-Management bei den Flurwegen, bei den Radwegen, beim Gemeindewald, bei den öffentlichen Grünflächen, genauso wie die Straßenbehörden mit ihrem scheinheiligen Verkehrsicherheits-Totalschnitt. “Wir kommen nicht rum” lügen sie uns vor, dabei machen sie so viele sinnlose, ja schädliche Aktionen, dass da viel Zeit und Geld eingespart werden könnte, alles auf Kosten der Steuerzahler! Eine Böschung braucht nur alle 2-3 Jahre gemäht zu werden , um einer Verbuschung vorzubeugen. Die übliche Praxis der hundertprozentigen bodennahen Abmulcherei ist reiner Naturfrevel.Dass Mulchen die schädlichste Art der Pflege ist, weiß jeder. Genau so schlimm ist es bei den Gräben.Es gibt keinen Grund, die Gräben total auszumulchen; eine Seite mähen, die andere Seite stehenlassen, auch über den Winter, würde der sinnlosen Vernichtung von Pflanzen und Tieren Einhalt gebieten. Außerdem wird vom Naturschutz dringend empfohlen, eine Mahd-Höhe von 10 cm einzuhalten, um die bodennahen Tiere und Pflanzen zu schützen, aber die Verantwortlichen erkennen nicht die Tragweite ihres Aktionismus und erfinden Pseudoargumente, damit sie alles bodennah abhäckseln können. Das Argument “Verkehrssicherheit” ist verlogen, denn um 3 Prozent der kritischen Verkehrsflächen sicher zu machen, muss man nicht die 97 Prozent gleich mit abrasieren. Weder bei den Bauhöfen noch bei den Straßenverwaltungen ist die Erkenntnis angekommen, dass diese riesigen vernetzten Flächen öffentliches Eigentum sind, auf denen nichts angebaut werden muss, die aber nach den verbindlichen Naturschutzgesetzen naturgemäß zu pflegen sind. Alles andere ist aktive Naturvernichtung. Fatal ist auch, dass viele Gemeinden die Pflegearbeiten an Subunternehmer, Pflegeverbände oder Landwirte vergeben. Die wollen Geld verdienen, sind teilweise nicht geschult und mulchen dann zu oft, zur falchen Zeit, wenn die Maschinen gerade frei sind. Sie vernichten dabei die Lebensräume von Schmetterlingen, Wildbienen und Käfern und vielen anderen Kleintieren wie Eidechsen,Fröschen, Blindschleichen.. Hallo Bürgermeister, Stadträte, Gemeinderäte, Bauhofleiter, Straßenmeister und auch Förster erkennt endlich die Zeichen der Zeit! Das Volksbegehren mahnt uns alle!

    Gottfried Hummel und Sophie Rauschmann, 97762 Hammelburg

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