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    „Alles leergefressen“

    Zum Artikel „Als 2000 Würzburger nach Suhl fuhren“ (13.1.):

    Ja, auch mein Mann und ich waren dabei. An diesem 14. Januar 1990. Wir beide waren vorher noch nie „drüben“. Bis Eußenhausen war die Stimmung in unserem Bus noch gelöst, als wir dann durch die geöffneten Schranken fuhren, war es totenstill. Ich rieche heute noch die Braunkohle. Die Menschen standen bis nach Suhl in jeder Ortschaft an der Straße, haben uns zugewunken und viele weinten. In Suhl dann dieser Empfang, einfach überwältigend. Wir wurden von einem uns völlig fremden Ehepaar in ihren „Container abgeschleppt“. Mit Container meinten sie laut Aussage unserer Gastgeberin ihre Wohnung im Plattenbau. Es gab Ente mit Thüringer Klößen und Blaukraut. In ganz Suhl gab es nach Aussage der Hausfrau keine Enten mehr. In schönstem Sächsisch sagte sie: „Alles leer gefressen“. Für uns war dieses Erlebnis sehr emotional. Die beiden statteten uns dann einen Gegenbesuch ab, welcher sehr harmonisch verlief. Leider haben wir sie dann aus den Augen verloren.

    Ingrid Seubert, 97450 Gänheim

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