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    Beim Klimaschutz geht es um Effektivität

    Man dachte eigentlich, das unsägliche Wort Flugscham wäre der Gipfel des Irrsinns. Aber nein, jetzt wird Fliegen schon als Sünde dargestellt, für die man sich bestrafen muss. Leider hilft solch schlechte Realsatire nicht bei der Rettung des Weltklimas. Im Gegenteil. Denn in einer Demokratie ist man immer darauf angewiesen, die Bevölkerung mitzunehmen – und dazu gehört auch die „Generation Spaß“, wer auch immer damit gemeint sein soll. Dabei lässt sich das Problem auch ganz ohne erhobenen Zeigefinger lösen. Eine Tonne CO2 ist eine Tonne CO2 – egal, ob diese von der Stromquelle eines Elektroautos, vom Gartengrill oder einem Flugzeug stammt. Statt also die Illusion, alles werde besser, wenn die Menschen endlich das moralisch Richtige täten und ihren schrecklichen Lebensstil hinter sich ließen, zu bestärken, braucht es wieder mehr Zutrauen in den Markt. Denn dann – sei es durch einen sektorübergreifenden Emissionszertifikatshandel oder eine CO2-Steuer – wird Kohlendioxid dort eingespart, wo es am wenigsten Kosten verursacht. Die „harte Hand“ des Staates würde dabei kläglich scheitern. Der Wettbewerb veranlasst zudem Unternehmen, neue Technologien und Verfahren einzuführen, sodass der Klimaschutz noch günstiger wird. Aber Artikel wie dieser schüren vielmehr den Eindruck, es gehe gar nicht um Effektivität und Effizienz beim Klimaschutz, sondern nur noch darum, missliebiges Verhalten abzustrafen.

    Florian Steinruck, 97209 Veitshöchheim

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