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    Den Menschen im Blick und nicht den Höchstgewinn!

    Ich bin Altenpflegerin und arbeite seit 41 Jahren in der Pflege. Mein Gehalt war und ist immer sehr zufriedenstellend gewesen, weil ich noch nach den alten Bedingungen bezahlt werde. Noch vor 15 Jahren hatten die Arbeitgeber dieser Branche genug Auswahl unter den Fachkräften. Es gab auch noch genug Personal in den Pflegheimen. Sowohl den Arbeitgebern als auch den Arbeitnehmern ging es gut, der Gewinn stimmte. Dann wurden die Gehälter deutlich niedriger, das Personal wurde immer mehr gekürzt, um den Gewinn noch mehr zu erhöhen. Der Beruf der Altenpflegerin oder der eines Helfers wurde immer unattraktiver. Die Begründung kein Personal mehr zu finden kommt dem Arbeitgeber sehr entgegen. Denn jetzt wird mit dem wenigen Personal die gleiche Arbeit gemacht. Statt ein Pflegeheim mit weniger Bewohnern zu belegen wird dieses erst recht bis zum letzten Platz belegt,das ist die fordernde Auflage vom obersten Chef.

    Der Gewinn muss stimmen! Der Mensch also die Bewohner und das Personal interessieren niemanden mehr. Ggf. müssen Betreuungsassistenten,die von den Krankenkassen finanziert werden, in der Pflege mitarbeiten, damit der Laden nicht zusammenbricht.

    Die Anfordeungen von Mdlk, Heimaufsicht, Angehörige etc. wäre alles kein Problem, wenn dieser Teufelskreis der schlechten Gehälter und das hausgemachte, dem Arbeitgebern sehr entgegenkommende Problem mit dem zu wenigen Personal unterbrochen werden würde. Ein Roboter, der die Betreuungsangebote wie Märchen, Ratespiele und Gespräche übernimmt, wäre für die Bewohner eines Pflegeheimes eine enorme Bereicherung, da unsere Bewohner immer mehr vereinsamen. In der körperlichen Pflege finde ich es entsetzlich und unpersönlich. Alte, pflegebedürftige Menschen, die ihr ganzes Leben gearbeitet haben, haben eine würdevolle Behandlung verdient! Sie haben eine gute Lebensqualität bis ins hohe Alter verdient! Dem Menschen im Blick und nicht den Höchstgewinn!

    Ortrud Schmidt-Peter, 97244 Bütthard

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