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    Die Märchen der heute Verantwortlichen

    Zur Fotoreportage "Monumente der Atomenergie" (11.1.):

    In den frühen siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als das AKW Grafenrheinfeld geplant und gebaut wurde, gab es so manchen kundigen Bürger mit der besorgten Frage, wohin mit den strahlenden Abfällen dieses Monstrums. „Die kommen ins Endlager“ versprachen frech und selbstsicher die Verantwortlichen des Bayernwerks. Und der Herr Landrat und der Herr Staatssekretär schlossen sich an. Und es durfte gebaut werden. Von einem Zwischenlager war keine Rede. Erst 40 Jahre später, als immer noch kein Endlager in Sicht war, wurde uns dieses ungefragt vor die Nase gesetzt. „Spätestens 2046 seid Ihr die wieder los, da werden die Castoren ins Endlager gebracht“, so die neuen Versprechen. Heute redet kaum mehr einer der Verantwortlichen über das Jahr 2046, wo die Castoren mit den gefährlichsten Giften, die die Menschheit je erzeugt hat, als Inhalt aus Grafenreinfeld verschwinden werden. „In ferner Zukunft“ hört man, ehrlicher wäre ein „Nie“.

    Auf unabsehbare Zeit müssen und werden sie halten, diese Castoren. Und dieses Märchen erzählen uns die heute Verantwortlichen. Wenn dann in ferner Zukunft ein Castor undicht wird, sind diese längst im zeitlichen oder ewigen Ruhestand. Und noch weitere Märchen werden uns erzählt. Dass keine weiteren Castoren von außen in Grafenrheinfeld aufzunehmen sein werden, Daß Schacht Konrad bereits ab 2027 die schwach- und mittelstark strahlenden Elemente aus dem neuen Zwischenlager in Grafenrheinfeld aufnehmen wird. Gefragt wurde die Bevölkerung auch zu diesem Zwischenlager nicht, ebenso auch nicht zur Abschaffung der professionellen Feuerwehr.

    Eine weitere Frage stellt sich: Bei einem Flugzeugabsturz würde allenfalls die Decke des Zwischenlagers einbrechen, wird uns erzählt. Wie will dann der an der Decke hängende mächtige Kran die Castoren wegschaffen? Da lässt man die Castoren eben im Freien.

    Zum Thema „Verantwortung“ noch eine Bemerkung  am Rande: Die Gewinne des AKW haben die Aktionäre kassiert. Jetzt, wo die Erbschaft der Risiken ansteht, hat man sich vornehm zurückgezogen und den Steuerzahler mit künftigen Kosten und der weiteren  Verantwortung „belohnt“.

    Hans Schwinger, 97525 Schwebheim

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