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    Die Verkehrssicherheit spricht für eine Geschwindigkeitsbegrenzung

    Zum Artikel „CSU gegen generelles Tempolimit“ (3.2.):

    Bleibt die CSU konsequent bei ihrer Auffassung, den Bürger vor zu vielen Verboten zu bewahren, dann ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, dass sie sich auch stark macht für eine Richtgeschwindigkeit von 100 km/h auf Landstraßen und 50 km/h auf Ortsdurchfahrten. In Wohngebieten wird sie eine Richtgeschwindigkeit von 30 km/h konsequent einführen. Schilder braucht man dann auch keine mehr aufzustellen, da der mündige Bürger sich auch so immer angepasst verhalten wird.

    Dr. Bernd Kempf, 63839 Kleinwallstadt

    Wenn CSU-Generalsekretär Markus Blume die Forderung nach einem Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen mit einem ständigen Verbotswahn vergleicht, ist dies nichts anderes als ein Affront gegen den gesunden Menschenverstand. Neben der technischen Verbesserung der Fahrzeuge haben doch Verbote wie die Einführung der 0,5-Promille-Grenze und der Gurtpflicht in den letzten Jahren zu einer wesentlichen Verringerung der Unfallzahlen auf unseren Straßen geführt. Gerade die konsequente Überwachung und Sanktionierung der vorgenannten Verbote hat mit dazu beigetragen, dass die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland von mehr als 19 000(!) im Jahr 1970 auf 3177 im Jahr 2017 zurückgegangen ist. Die Umsetzung der hirnlosen Parole „Freie Fahrt für freie Bürger“ führt beispielsweise dazu, dass Raser aus dem Ausland mit ihren übermotorisierten Boliden sich zu regelmäßigen Rennen mit Spitzengeschwindigkeiten zwischen 200 und 300 km/h auf deutschen Autobahnen verabreden. Die Polizeibeamten, die für den Autobahnabschnitt München-Garmisch zuständig sind, mussten diesbezüglich mehrfach Gegenmaßnahmen ergreifen. Auch wenn die klimaschonende Wirkung eines Tempolimits auf unseren Autobahnen eher gering ist, so spricht allein der Aspekt der Verkehrssicherheit eindeutig für eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung. Vielleicht hilft hier manchen Raserbefürwortern ein Blick auf die Unfallstatistik unseres Nachbarlandes Schweiz weiter. Dort ging die Zahl der Verkehrstoten seit der Jahrtausendwende von knapp 600 auf 230 im Jahr 2017 um mehr als die Hälfte zurück. Einer der Gründe für diesen deutlichen Rückgang war die Einführung eines Tempolimits von 120 km/h auf den Schweizer Autobahnen. Wer angesichts dieser Fakten weiterhin für rücksichtslose und verkehrsgefährdende Raserei auf unseren Autobahnen plädiert, läuft Gefahr, am Ende doch als völlig „bescheuert“ zu gelten.

    Klaus Eckelmann, 97659 Schönau

    Kommentare (1)

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