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    Die Vorschläge der Kohlekommission reichen nicht aus

    Wer bezahlt eigentlich die Zeche für die steigenden Klimaschäden? Das Klima lässt nicht mit sich verhandeln, es folgt physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Leider dürfen und können sich Umweltpolitiker nicht die perfekte Welt machen, Wirtschaftspolitiker aber anscheinend schon. Wie viel Geld fließt zu den großen Energiekonzernen? Ist das Problem neu? Gab es keine Möglichkeit für Politik und Wirtschaft sich darauf einzustellen? Die Technik ist längst vorhanden. So lange aber das Ziel der Regierung die Deckelung erneuerbarer Energien ist, wie es Wirtschaftsminister Altmaier ständig propagiert und das Erreichen dieses Zieles als Erfolg verkauft wird, können unsere Ingenieure und Wissenschaftler nur wenig erreichen. In den letzten Jahren wurden durch diese Politik mehr Arbeitsplätze im Bereich erneuerbare Energien vernichtet, als in der Kohleindustrie noch vorhanden sind. Dies wurde sehenden Auges getan. Warum? Weil hinter diesen zukunftsfähigen Arbeitsplätzen keine Lobby stand, die dies verhindern konnte. Ambitioniert mögen die Vorschläge der Kohlekommission sein, aber nur aus Sicht der Energiekonzerne und ihrer Helfer in der Politik. Ausreichend sind die Vorschläge deshalb aber trotzdem nicht.

    Günter Thein, 97209 Veitshöchheim

    Das Zahlengeschacher in Ihrem Artikel zum Kohleausstieg ist überflüssig, solange nicht klar ist, wohin die Reise geht. Keiner hat bis heute festgelegt, wie die technische Lösung für den Entfall der Stromerzeugung aus Kohle auszusehen hat. Doch für alle die darüber reden, ist klar – es wird teuer. Ich versuche seit November 2018 vergeblich, von Parteien, der Landes- und Bundesregierung, die dem Bürger suggerieren (Ausnahme FDP und AfD), dass die Energieversorgung durch regenerative Energieträger sichergestellt wird, eine schlüssige Stellungnahme zur Energiespeicherung zu bekommen. Denn wenn keine Sonne scheint und der Wind nur mäßig weht, müsste ja der Strom aus Speichern kommen. In Deutschland wird vom Verbraucher eine Leistung zwischen 40 und 60 Gigawatt (GW) abhängig von Jahreszeit, Witterung und Wochentag abgerufen. Wollte man diese Leistung aus Speichern abrufen, könnte man in 100 Alpentälern Pumpspeicherkraftwerke bauen von denen jede Anlage 0,4 GW haben müsste. Zum Vergleich, das Walchenseekraftwerk hat 0,1 GW Leistung. Zweifelsohne ist der Kohleausstieg richtig. Doch die Klimaveränderung lässt sich nicht durch regenerative Energieerzeugung und Stromtrassenbau in Deutschland aufhalten. Hierfür ist die weltweite Ablösung der fossilen Energieträger durch CO2-freie Energiequellen erforderlich und dies geht nur in Kombination mit der Kernenergie.

    Raimund Oppelt, 97478 Wohnau

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