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    Es müssten alle wissen: „Wir sind Kirche!“

    Zum Artikel „Wie der ,Reformer‘ Marx zermürbt wurde“ (12.2.):

    Jetzt schmeißt er hin, der zermürbte „Reformer“ Marx! Aber kardinalsrot leuchtet der Abendhimmel über der Kirche und ihren zwei Heiligkeiten in Rom immer noch. Allerdings: „Der sogenannte synodale Weg des kirchlichen Establishments in Deutschland zielt auf eine weitere Verweltlichung der Kirche“, klagt Kardinal Gerhard Ludwig Müller und malt der römischen Kurie republikfeindlich ein Menetekel an die Wand: den Verlust „der geistlichen Autorität der Nachfolger der Apostel im Bischofsamt.“ Und wie recht er hat! Es sind tatsächlich die bösen Demokraten, die dieser ehrenwerten absolutistisch gebliebenen Zentralverwaltung diskret andeuten wollen, dass sie fast die einzige auf der Welt ist, bei der Legislative, Exekutive und Judikative noch immer in einer Hand liegen. Es sind die Demokraten, die dieser Zentralverwaltung in Rom diskret raten, sich einer kraftvollen Legitimation durch jene zu versichern, denen man zu dienen vorgibt. Dann könnte niemand aus der Kirche mehr sagen: „Der Staat bin ich!“ Es müssten alle wissen: „Wir sind Kirche!“ Solche Erfahrung der Spielregeln einer Republik am eigenen Leib der Kirche hätte durchaus Konsequenzen: Gewohnte Amtsautorität ginge verloren. Von bürgerlicher Mitverantwortung getragene Sachautorität würde gewonnen.

    Kurt Riedel, 97453 Schonungen

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