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    Für eine menschen- und tierfreundliche Landwirtschaft

    Unsere Landwirte protestieren, sind tief getroffen vom Volksbegehren „Rettet die Biene bzw die Artenvielfalt“. Sie fühlen sich zu Unrecht beschuldigt, am Klimawandel schuld zu sein. Mahnkreuze auf den Äckern künden von Ihrer Märtyrerolle.

    Unbestritten ist: Die Landwirtschaft hat einen großen Anteil am Klimawandel und am Verlust der Artenvielfalt; gerade die Massentierhaltung ist ein sehr großer CO2-Verursacher. Die Politik hat bislang die Weichen für immer größere Ställe und immer mehr billige Fleischproduktion gestellt, für Masse statt Qualität, für schnellen Konsum statt nachhaltiger Nutzung. Und eben auch: zu Lasten kleinteiliger Landwirtschaft - gegen die kleinen und mittleren Bauern und stets (und immer noch!) zugusten großer, nahezu industrieller Betriebe.

    Die Frage, ob nun tatsächlich die Bauern an der Industrialisierung der Landwirtschaft Schuld haben oder ob es Politik oder Agrarchemie waren, die unsere Landwirte dahin "verführt" oder gar gezwungen haben, ist letztendlich unbedeutend und unnötig. Was einzig zählt, ist, dass endlich ein Umdenken beginnt und hilfreiche Maßnahmen schnell und effizient durchgeführt werden. Klimawandel und Artensterben sind längst Fakt - auch wenn Unbelehrbare und Verschwörungstheoretiker nicht müde werden, dies weiterhin zu negieren.

    Liebe Landwirte, missbraucht daher bitte nicht ein religiöses Symbol, um Euren Unmut auszudrücken. Pflanzt lieber einen Baum oder einen Strauch! Besser: Pflanzt viele! Pflegt einen Blühstreifen und macht nicht weiterhin die letzten Hecken und ungenutzten Ackerzwickel platt. DAMIT könnt Ihr zeigen, dass Ihr verstanden habt, dass Ihr reagiert und mit den Bürgern an einem Strang zieht, statt untätig jammernd in der Leidenspose zu verharren.

    Wenn die Bürger sehen, dass Ihr den ersten Schritt macht, werden sie Euch unterstützen, damit die Politik endlich die Weichen neu stellt für eine menschen- und tierfreundliche Landwirtschaft, die Felder, Bäume, Hecken so pflegt, wie das Eure Vorväter über Jahrhunderte getan haben. Dann haben wir gemeinsam eine Chance, die Subventionen auch dahin zu lenken, wo sie uns allen nützen - nämlich zu den kleinen und mittleren Betrieben; zu denen, die aktiv Landschaftsschutz betreiben und nicht zu denen, die die Natur ohne Rücksicht auf ein Morgen Gewinn maximierend missbrauchen und ausbeuten. Und vergesst bitte nicht: Das Volksbegehren war "Pro-Artenvielfalt" und nicht "Contra Bauern und Landwirtschaft"!

    Susanne Hartlieb, 97450 Arnstein

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