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    Gewissensberuhigung, ohne selbst etwas ändern zu müssen

    Es ist schon schlimm, wie derzeit auf die Bauern eingedroschen wird. So etwas war noch nie da. Wir Bauern haben während der Kriegszeit und Nachkriegszeit unser Volk ernährt, da wir ja vom Ausland nichts bekamen. Die jetzige Generation hat ja davon keine Ahnung. Umweltverbände und Grüne wollen ein Programm durchsetzen, das manchen Landwirt in den Ruin treibt. Der Landwirt muss immer mehr arbeiten und bekommt immer weniger. Diese Umweltapostel wissen scheinbar nicht, dass die Landwirtschaft ein wichtiger Wirtschaftszweig ist. Ein Landwirt investiert heute in Maschinen und Stallbauten enorme Summen. Das sollten sich diese Parteien und Verbände mal durch den Kopf gehen lassen. Eines verstehe ich nicht: dass nur die Landwirte schuld sind am Insektensterben, wobei die Kommunen hektarweise Hecken und Obstbäume für Bau- und Gewerbeflächen roden. Auch die nächtliche Straßenbeleuchtung tötet massenweise Insekten.

    Albin Heller, 97222 Rimpar

    Es ist natürlich leicht, sich für ein Volksbegehren einzutragen, wenn man dafür die eigene Komfortzone nicht verlassen muss. Wer seinen Alltag nur für eine Unterschrift unterbricht, ansonsten aber Flugreisen und Kreuzfahrten unternimmt, hat eigentlich kein Recht von sich zu behaupten, sich für Umwelt und Artenschutz einzusetzen. Auch bei Handy und Co muss es der neuste Stand sein, egal, was das für die Umweltbilanz bedeutet. Dann doch lieber den leichten Weg wählen und alle Schuld mit Hilfe eines Volksbegehrens einer kleinen Berufsgruppe zuschieben. Das beruhigt das Gewissen, ohne das man selbst etwas ändern muss. Dazu ein Beispiel aus dem Bereich Tierwohl: In Umfragen geben 80 Prozent der Bundesbürger an, für mehr Tierwohl an der Supermarktkasse einen höheren Preis zu zahlen. Leider sind laut einer Studie der Hochschule Osnabrück in der Realität nur 16 Prozent tatsächlich bereit, mehr Geld für Tierwohl auszugeben. Aber wie schon gesagt, ist es natürlich leichter, sich Halbwahrheiten und Behauptungen anzuschließen, als selbst etwas zu ändern.

    Michael Weigand, 97199 Goßmannsdorf

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