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    Größenwahn ist super

    Größenwahn ist super. Deshalb muss das unverzüglich auf alle Lebensbereiche übertragen werden. Beispiel Kindergarten: Nur Mega-Kindergärten erlauben es, für jeden Pobel hochqualifiziertes Fachpersonal einzustellen. Angesichts dieser optimalen Betreuung wäre es unverantwortlich, die Kinder zwischendurch in die Obhut der Erziehungslaien namens Eltern zu übergeben. Diese hätten dann mehr Zeit, Experten für andere Pobel zu werden. Experten verdienen mehr Geld, was wiederum das Risiko der Altersarmut reduziert.

    Beispiel Rechtsanwälte: In Mega-Kanzleien müsste sich jeder Anwalt (m/w/d) nur noch um 50 Seiten Gesetzestext kümmern. Wenn jeder seine 50 Seiten beherrscht, werden die Verfahren in Zukunft deutlich kürzer. Außerdem kann es keine Fehlurteile mehr geben.

    Beispiel Architekten: In Mega-Büros könnte man für jeden Pobel eigene Experten beschäftigen, z.B. eine/n der/die jeweils nur für die Planung des linken Fensters im zweiten Obergeschoss zuständig wäre. Baumängel wären zukünftig ausgeschlossen. Wir könnten Berliner Flughäfen und Elbphilharmonien zum Schnäppchenpreis bauen, und alles würde auf Anhieb funktionieren.

    Moment: Wenn jede/r nur genau einen Pobel beherrscht, dann wäre es billiger, die Arbeit von Robotern erledigen zu lassen. Super: Es müsste niemand mehr arbeiten, wodurch auch die Schulen überflüssig wären. Größenwahn ist das Paradies auf Erden! Übrigens: Kühe in einem Betrieb mit 1800 Kühen können qualitativ hochwertiger versorgt werden, als Kühe in einem Betrieb mit 50 Kühen, müssen aber nicht.

    Wolfgang Schlund, 97834 Billingshausen

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