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    Im Landratsamt wurden zweifelsfrei Fehler begangen

    Zum Artikel „Falscher Verdacht: Landrat zahlt Schmerzensgeld“ (9.11.):

    Mit größtem Interesse habe ich die bisherigen Berichterstattungen zur Causa Nuß gelesen und komme aus dem Staunen nicht heraus. Mit der Einsicht, einen Fehler gemacht zu haben, glaubt der Landrat tatsächlich, dass die Angelegenheit für ihn damit erledigt sei. Was für eine Ungeheuerlichkeit. Nur mithilfe eines Anwalts erhält der diskreditierte Angestellte ein Schmerzensgeld von 1000 Euro und die Übernahme der Anwaltskosten. Zu einer persönlichen und vor allem öffentlichen Entschuldigung scheint es nicht gekommen zu sein. Im Gegenteil: Herr Nuß droht jetzt gar noch der Main-Post mit rechtlichen Schritten und will ihr mit dem „Hinweis auf Persönlichkeitsrechte und datenschutzrechtlichen Bestimmungen“ eine weitere Berichterstattung untersagen. Wie bitte steht es denn mit den Persönlichkeitsrechten der diffamierten Person? In diesem Kontext ist obige Aussage an Dreistigkeit kaum noch zu überbieten. Da helfen wohl nur noch öffentlicher Druck und eine unerschrockene Presse mit ihrer Berichterstattung, um solchen Personen das Handwerk zu legen.

    Lorenz Breitinger, 97222 Rimpar

    Im Landratsamt Würzburg wurden zweifelsfrei von Führungskräften Fehler begangen! Im Management hat man für Personalangelegenheiten manchmal nur sehr wenig Zeit, da doch immer etwas viel Wichtigeres ansteht – vermeintlich. Dies ist in der freien Wirtschaft so und auch im öffentlichen Dienst. Warum liegt aber bei Firmen selten ein öffentliches Interesse vor, aber bei Behörden sehr schnell? Wo liegt der wirkliche Nutzwert für die Öffentlichkeit? Beschädigt werden dafür aber ganz sicher die betroffenen Personen, das Amt und die Behörde. Wem dient das alles? Es kommt der leise Verdacht auf, dass der „Bild“-hafte Journalismus auch in der regionalen Presse Einzug hält. Oder war der Bericht nur eine Trotzreaktion auf die Drohungen des Landrats hin mit dem Presserat? Was nicht hätte sein dürfen, selbstverständlich! Aber wer geht nun eigentlich als Erstes in die Phase der Deeskalation?

    Winfried Schraudt, 97264 Helmstadt

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