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    Ist die SPD noch Sachwalter der Sozialen Demokratie?

    Zum Leitartikel "Die SPD hat sich in drei Lager gespalten" (2.12.)

    Die drei im Leitartikel genannten Lager der SPD könnten sich atomisieren, würde das vierte Lager der Indifferenten in die Gesamtbetrachtung weiter zunehmen. Diese Gruppe mit 46 Prozent der Mitgliedschaft könnte obendrein das zu wenig beachtete fünfte Lager der Frustrierten, Ausgetretenen, Dissidenten und Wahlverweigerer mehren. Die einstige Volkspartei ist wegen dieser drohenden Atomisierung ihrer selbst nicht nur in ihrer Existenz bedroht, sondern auch in ihrer historischen Rolle als Sachwalter parteilicher Sozialdemokratie und sozialer Demokratie als parteiübergreifendem Prinzip friedlicher Koexistenz in Europa und der Welt überhaupt. Das kann der gesamten Gesellschaft im Kräftespiel der demokratischen Parteien nicht egal sein. Es kann auch nicht beruhigen, dass Sozialdemokratie inzwischen in den Parteien Die Grünen und Die Linke, in CDU und CSU stecke. Sozialdemokratie Light mal hier mal da reicht der sozialen Demokratie eben nicht, um Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit angesichts der Herausforderungen durch Klimawandel und Globalisierung nachhaltig zu garantieren. Es bleibt spannend, wer von den Jungen SPD und Sozialdemokratie wieder glaubwürdig und durchsetzungsfähig miteinander verbinden können wird. Dabei wird es darauf ankommen, dass und wie sie sich zunehmend zu Wort melden werden. Vielleicht hilft wieder einmal der Marsch durch die Instanzen, in unserem Fall durch Parteigremien von unten nach oben, und der direkte Kontakt auch zur vierten und fünften Gruppe.

    Frank Stößel, 97299 Zell

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