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    Kritik an der Haltung von Zirkustieren, aber auch Verständnis für den Cirkus Krone

    Ich denke, beziehungsweise hoffe, dass die Eigentümer und Tierpfleger ihre Zirkustiere lieben. Hoffentlich werden die Tiere nicht nur gut behandelt weil es sich um eine kostspielige Investition, also das Kapital des Zirkus handelt. Meine Tierliebe äußert sich dadurch, dass ich kein Tier aus seinem natürlichen Lebensraum reiße, es einsperre, es durch die Lande karre, und es dressiere. Auch Zirkusvorstellungen mit menschlichen Zirkuskünstlern, die die freie Wahl haben, es gibt genug Beispiele, sind für Zirkusbesucher attraktiv. Und ja: Tierrechtler wollen aus guten Gründen die Tier-, speziell die Massentierhaltung, generell abschaffen.

    Bert Zang, 97464 Niederwerrn

    Ich muss gestehen, dass ich auch mit gemischten Gefühlen in die Vorstellung des Cirkus Krone gegangen bin. Im Vorfeld gab es ja Demonstrationen und die Fragen der tiergerechten Haltung. Nach der Vorstellung habe ich aber festgestellt, dass die Diskussion der artgerechten Haltung wieder sehr in „Schwarz und Weiß“ in Würzburg offensichtlich geführt wird. Ist die Haltung eines großen Hundes oder von Katzen in einer 60-Quadratmeter-Stadtwohung artgerecht? Wie oft sieht man hinkende und übergewichtige Tiere an Leinen in der Innenstadt. Sind Ställe mit 2000 Schweinen zum Ziel des „billigen“ Fleisches artgerecht? Es stellt sich immer die Frage, wie die Tierhalter mit dem Thema Tierschutz umgehen. Natürlich sind die Bedingungen von Wildkatzen im Zirkus nicht dieselben wie in der Wildnis. Aber wie steht es um die Zoos oder bei Auftritten von Tieren in Fernsehshows und Kamelreiten und Pferdekutschenfahrten für „übergewichtige“ Touristen? Ich denke, jeder muss selbst seine Einstellung dazu finden und sich die Meinung nicht diktieren lassen. Jeder sollte sich zur Meinungsfindung einlassen können, die Argumentationen des Zirkus und der Demonstranten anzuhören und zu analysieren. Der Cirkus Krone unternimmt, nach meiner laienhaften Analyse, viel zur Meinungsfindung der Menschen der Region. Er zeigt sich transparent, hat einen Tierschutzbeauftragten und geht die Thematik Tierhaltung offen und aufgeschlossen, auch gegen Kritiker, an.

    Matthias Düchs, 97253 Eichelsee

    Nein, Wildtiere können nicht artgerecht in einem Zirkus leben. Lust auf „affige“ Kunststücke haben sie auch nicht. Lange Reisen in kleinen Wägen, auch mit beheiztem Fußboden, schätzen sie ebenfalls nicht besonders. Die Versuche des Zirkusbetreibers, diese Tierquälerei mittels einer 44-seitigen „Tierschutzbroschüre“ noch irgendwie rechtfertigen zu können, sind einfach nur erbärmlich. Den Besuch eines Amtsveterinärs halte ich für sinnlos, da dieser garantiert nicht im Auftrag der Tiere unterwegs ist. Lieber klopft er dem Zirkuschef auf die Schulter – für die schönen Reisen, die die Tiere da machen dürfen und wegen den artgerechten, mit Liebe ausgesuchten Kunststücken, die der sorglose Zuschauer Abend für Abend bestaunen kann. Jeder, der eine Vorstellung besucht, macht sich mitschuldig am Leid dieser Tiere.

    Sonja Rößner, 97453 Schonungen

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