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    Nicht wissenschaftlich untermauerte Ad hoc-Entscheidung

    Nach Aussage des Stuttgarter Internisten und Kardiologen Dr. Bavastro kam es bezüglich der Definition des Wortes Tod bei einer Kommision der Harvard-Universität/USA zu einer nicht wissenschaftlich untermauerten Ad hoc-Entscheidung: Tod bedeutete ab diesem Zeitpunkt nicht mehr Herzstillstand sondern Hirntod, so dass es fortan möglich wurde, Sterbenden Organe zu entnehmen und diese noch lebend anderen Menschen einzupflanzen. Dr. Bavastro bezeichnet Hirntod als Hirnversagen, also als schwere Erkrankung, bei dem Kreislauf und Organe noch in Gang seien. Jedoch geht es nicht nur darum, dass in Wirklichkeit einem Sterbenden, keinem Toten, Organe unter Zuhilfenahme von Medikamente entnommen werden bzw. der Sterbeprozess – während dessen der Mensch besonders auf Zuwendung und liebevolle Begleitung angewiesen wäre - auf gräßliche Weise unterbrochen wird. Es geht auch um Gedächtnistransplantation, d.h. um die Übertragung von Ängsten, Eigenschaften und Vorlieben des Organspenders auf den Empfänger. Elisabeth Wellendorf hat diesbezüglich das beachtenswerte Buch „Mit dem Herzen eines anderen leben“ geschrieben. Und da erhebt sich die Frage nach den Auswirkungen der Überlagerung eines Bewusstseins durch ein anderes, die offenbar mit der Transplantation einhergeht. Wie kann der Mensch noch wissen, welches seine eigenen Programme und welche die des Spenders sind? Wie kann er seiner ganz individuellen Lebensbahn noch gerecht werden? Zieht man die Kosten – bis zu 100000 Euro pro Operation – und die Immunsystem unterdrückenden Medikamente auch noch in Betracht, dann wird klar, dass so viel Geld der sogenannten Solidargemeinschaft der Kassenpatienten besser in Vorsorge-Maßnahmen für die Gesundheit bzw. in die ernährungsorientierte Ausbildung der Mediziner gesteckt werden sollte.

    Regina Maria Leshel, 97839 Esselbach

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