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    Pro und Contra zum Volksbegehren

    Das Volksbegehren ist eine einmalige Chance für eine naturnahe Zukunft! Egal wie man eingestellt ist, hier geht um den Erhalt der Schöpfung und das Wohl der Menschheit. Jeder normale Mensch, der heute mit offenen Augen durch unsere Natur geht, muss doch sehen, dass es so nicht weiter gehen kann. Ist es nicht wissenschaftlich belegt, dass in den letzten 30 Jahren über 50 Prozent aller Bienen, 70 Prozent aller Tagfalter und 75 Prozent aller Fluginsekten aus unserem Ökosystem verschwunden sind? Folglich gibt es ja auch nur noch halb so viele Vögel in unserer Natur. Die Ursachen hierfür sind doch allgemein bekannt. Doch viele Verursacher und ihre Lobbyisten bemühen sich des Geldes wegen, alles schön zu reden. Hauptursache des Insektensterbens ist im Betreiben der „modernen Landwirtschaft“ mit ihren großflächigen Monokulturen und den zum Teil unnötigen Einsatz von Chemikalien zu suchen. Weshalb wurden so viele Wiesen umgebrochen und Feuchtbiotope trockengelegt? Wo sind die vielen Hecken und Feldraine? Was geschieht mit dem Boden und dem Grundwasser? Kann es so weiter gehen? Woher rühren die vielen Krebserkrankungen? Haben unsere Urenkel noch eine Zukunft? Mit diesem Volksbegehren in Bayern hat es jeder in der Hand, seien Teil dazu beizutragen, dass endlich richtige Wege im Sinn der Erhaltung der Schöpfung vorgenommen werden. Tragen nicht auch der Staat und die Politik eine Teilschuld daran, dass es so schlecht um unsere Natur bestellt ist? Die Politik und Wissenschaft wissen dies alles. Was bisher getan wurde, reicht bei weitem nicht aus. Reine Wahlversprechen nutzen keinem. Man siehe nur unsere Bundeslandwirtschaftsministerin und auch unseren Ministerpräsidenten! Die der Landwirtschaft gewährten Subventionen aus Steuergeldern des Volkes müssen anders verteilt und nicht nach Flächengrößen, sondern denen, die für gesunden Boden, sauberes Wasser und die Erzeugung von giftfreien Nahrungsmitteln Verantwortung übernehmen, ausgezahlt werden. Der Maisanbau und die Silage von Gras zur Gewinnung von Energie tragen einen nicht unerheblichen Anteil am Artensterben bei. Welchen Nutzen bringt es, wenn im Maisanbau oder bei der Erzeugung sonstiger Nahrungsmittel viel Chemie eingesetzt wird und sich unmittelbar neben den Feldern Blühstreifen befinden. Die mittels Spritzen verteilten chemischen Gifte werden doch auf die Blühstreifen übertragen und somit von den Insekten aufgenommen. Naturliebhaber, nehmt euch die Zeit und tragt euch in die Liste zum Volksbegehren ein. Es gilt, einiges zu verändern.

    Kurt Ebert, 97437 Haßfurt

    In Ihrem Leitartikel vom 2. Februar nennen Sie, sehr kurz interpretiert die Wahrheit. Jeder der das Volksbegehren unterschreibt, sollte in sich kehren und sich fragen: Wie oft fliege ich im Jahr in den Urlaub oder auch Politiker von hier nach da? Wie oft macht ich eine Kreuzfahrt? Wie oft kaufe ich Bio-Ware aus dem Ausland/China und so weiter? Die Liste ließe sich noch endlos fortsetzen. Ich bin der Meinung, das sind die „wahren Umwelttäter“! Weiterhin sollte Mann/Frau sich überlegen: Wie schaut mein Garten aus oder der von meinem Nachbarn? Die schicke Steinwüste – Hurra ich brauche kein Unkraut mehr zu jäten! Total schick – Englischer Rasen – Kein Gänseblümchen mehr – richtig toll! Vielleicht noch mit Mähroboter! Vorzeigeobjekt – wie schaut ein Rasen aus? Habe ich Stauden gepflanzt, die nicht blühen oder heimische Sträucher, oder vielleicht Obstbäume und eine Bienen-Blühwiese gesät, einen Kompost mit Brenneseln in einer Ecke, Laub, das im Herbst liegen bleibt für Igel zum überwintern, etc. etc.. Auch hier ließe sich die Liste unendlich fortsetzen, was jeder selbst nach seinen Möglichkeiten tun kann. Nein – ich geh zum unterschreiben! Es soll alles der Bauer richten! Ich bürde alles einem Berufsstand – der konventionellen Landwirtschaft (Landwirt) auf! Sie soll alles erledigen und dafür bezahlen. Aber fragt sich einer, was ist, wenn es durch dieses Volksbegehren in absehbarer Zeit keine Landwirte mehr gibt? (Langsam verliert der letzte Familienbetrieb die Lust!) Wer übernimmt die Pflege unser heimischen Landwirtschaft/Natur? In 10 bis15 Jahren ist es vielleicht geschafft, dass der letzte Familienbetrieb aufhört und was dann? Wer arbeitet dann für das eigene schlechte Gewissen? Sind wir doch ehrlich, es geht nur mit der Landwirtschaft, aber die fahren wir lieber gegen die Wand! Mit so einer Vorgehensweise, einem Berufsstand die Schuld in die Schuhe zu schieben ist es leider nicht getan, nur, dass dieser Berufsstand ausgerottet wird! Dann können wir im Glauben bleiben „die Kuh ist Lila“ – nur gibt es jetzt schon in den meisten Dörfern keine Kühe mehr. Die Landwirtschaft wird systematisch an die Wand gefahren und ausgerottet, nur das ich mein schlechtes Gewissen beruhigt habe! Hier das alles nieder zu schreiben, was uns Landwirte bewegt und was richtig oder falsch ist, das wäre unendlich! Aber vielleicht wäre eine „Aufklärungsveranstaltung" – Podiumsdiskussion ausgehend von einer „Machthabenden Stellung" kurzfristig möglich, um Verbraucher/Unwissende von ihrem „schlechten Gewissen zu befreien" stattfinden zu lassen, sinnvoll. Ich weiß, die Zeit ist knapp und es finden dazu viele Veranstaltungen statt – aber keine, wo sich der Landwirt sachlich darstellen kann!

    Karl-Heinz und Nicole Ott, 97340 Marktbreit

    Pro oder contra - auf jeden Fall ist das Volksbegehren "Rettet die Bienen" ein großer Aufreger, ob man im Freundeskreis oder in der MAIN POST die unterschiedlichen Standpunkte diskutiert. Was aber gar nicht geht, ist, die zu verunglimpfen, die unterschrieben haben oder noch unterschreiben wollen. So mit erhobenem Zeigefinger: Ja,ja, Kreuzfahrten und Flugreisen buchen, ständig das Auto benutzen, etc, aber die Bienen retten wollen! Ich will z. B. "nur" kein Gift in meinem Essen haben. Da ich keine Gartenbesitzerin bin, kaufe ich eben bewusst ein. Punkt. Das ist mein Part. Nach Hamburg fahr ich mit der Bahn und nach Rom nehm ich den Flieger. Die Zeiten sind vorbei, wo sich das nur eine elitäre Minderheit leisten konnte.

    Ursula Rosenbaum, 97218 Gerbrunn

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