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    Rettet die Bauernhöfe

    Zum Volksbegehren für Artenvielfalt in Bayern:

    Ich bin wie viele meiner Berufskollegen frustriert über das Ergebnis und die Beteiligung beim Volksbegehren zur Artenvielfalt in Bayern. Eine Unterschrift auf eine Liste zu setzen, ist sehr einfach, die Konsequenz daraus vor der eigenen Haustür umzusetzen, ist jedoch zu viel verlangt. Für uns Landwirte ist es erschreckend, dass gerade wir Bauern für das Artensterben verantwortlich gemacht werden. Stellt sich für uns jetzt die Frage "Bauer bleiben oder Aufgeben". Sehr groß ist die Gefahr, dass insbesondere die kleineren landwirtschaftlichen Betriebe langfristig aufgeben, dabei sind es gerade diese, die sich vermehrt um den Natur- und Artenschutz kümmern. Allerdings wird die bislang nicht Berücksichtigt und vergütet. Ich selbst habe im Frühjahr Blühpatenschaften auf meinen Äckern angeboten, diesbezügliche Anmeldungen sind leider ausgeblieben. Schade, ich hab's trotzdem eine Blühmischung angesät um meinen freiwilligen Beitrag zu leisten. Rückblickend stellt sich uns die Frage, war unsere staatliche landwirtschaftliche Ausbildung richtig, oder wurde diese von Großkonzernen gesteuert? Immer mehr, immer besser und größer? Nun sollte in den 60er Jahren die Landwirtschaft die Ernährung der Bevölkerung sicher zu stellen, ist es nun in der heutigen Zeit wichtiger die Artenvielfalt in der Natur sicher zu stellen. Na dann bitte, für eine anständige Bezahlung machen wir das, was die Bevölkerung von uns fordert. Spricht Goethe schon "Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube daran". Ohne ein neues Volksbegehren "Rettet die Bauernhöfe" werden wir in der Landwirtschaft wohl unsere Höfe nicht retten können.

    Hugo Beetz, 97232 Eßfeld

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