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    Solidarität, Vertrauen und Vernunft müssen weltweit mehr beachtet werden

    Zu Artikeln und Kommentaren über die aktuelle Corona-Krise:

    Ich kann sehr gut verstehen, dass sich in diesen schweren Zeiten die Menschen Gedanken über ihre Zukunft machen. Bleibe ich gesund? Was ist mit meinem Job? Wann kann ich wieder in Urlaub fahren? Wie lange hält die Ausgangsbeschränkung noch an? Nicht verstehen kann ich das Verhalten unserer Politiker und eines Teils unserer Bevölkerung. Jeder Politiker, der meint etwas sagen zu müssen, gibt ein Statement ab. Über Sinn oder Unsinn lässt sich streiten. Niemand sagt uns aber die Wahrheit. Fakt ist, die Pandemie ist erst vorbei, wenn es einen Impfstoff gibt. Da kann noch so viel über Lockerungen der Beschränkungen spekuliert werden. Wir werden dieses Jahr sicherlich nicht in den Urlaub fahren. Kann man verschmerzen. Schlimmer ist die wirtschaftliche Situation. Hier sehe ich für die nahe Zukunft schwarz. Wie viele Jobs gibt es denn ohne Kontakt zu anderen Personen. Wenn hier nicht sehr behutsam vorgegangen wird, fahren wir den Karren erst recht an die Wand. Ich kann auch nicht verstehen, wie es vor den Feiertagen zu einem Massenansturm in den Supermärkten kam. Hallo, viele Menschen arbeiten kurz. Sie haben also mehr Zeit. Was um alles in der Welt soll dann dieser Herdentrieb beim Discounter vor Ostern. Dieses Einkaufsverhalten ist nicht zu erklären. Ein Fahrverbot an den Feiertagen wäre sicherlich auch sinnvoll gewesen. Oder muss ich auch sonntags frische Brötchen haben? Ein positiver Aspekt der ganzen Krise wird sein, dass man über Sinn und Unsinn der Globalisierung nachdenken wird.

    Volker Bugdoll,

    97845 Neustadt

    Umweltministerin Svenja Schulze schämt sich nicht, die weltweite schreckliche Corona-Pandemie für ihre Zwecke auszunutzen. Mit fragwürdigen Behauptungen versucht sie, den Menschen weiszumachen, dass das Auftreten von Seuchen und besonders der Corona–Epidemie durch die Dezimierungen und Schädigungen der Ökosysteme wesentlich mit verursacht wird. Ja, sie prophezeit bei fortschreitenden Umweltzerstörungen noch zahlreichere fürchterliche todbringende Seuchen. Ihre Botschaft ist: Wenn die Ökosysteme verkleinert werden, würden Mensch und Tier näher zusammenrücken und gefährlichen Viren können dann leichter auf den Menschen überspringen. Dies ist leider nur eine zweckdienliche Interpretation. Wie uns leider die Vergangenheit gelehrt hat, gehen Zerstörungen der Ökosysteme in fast allen Fällen mit einer Verminderung der Artenvielfalt einher. Die Tiere haben gar keine Gelegenheit, zu nahe an die Menschen heranzukommen. Viele vergangene Epidemien hatten sich im landwirtschaftlichen Bereich entwickelt, wo Menschen und Tiere in engsten Kontakt zueinander standen.

    Klaus Böttner, 97508 Grettstadt

    Die Argumentationen von Steffen Vogel (CSU) und Manuela Rottmann (Grüne) sind jeweils in sich schlüssig und bedenkenswert. Mich erstaunt dabei aber, dass sich ausgerechnet die Abgeordnete der Grünen für sinnloses Herumfahren mit dem Motorrad bzw. Pkw ausspricht – und das auch noch als Grundrecht des mündigen Bürgers schützen will. Dabei freuen sich überall Umweltschützer über unbeabsichtigte Begleiterscheinungen der Ausgangsbeschränkungen wie weniger Verkehr, kaum noch Staus, bessere Luft. Nicht nur der Berufsverkehr ist eingeschränkt, sondern auch private Fahrten „ohne zwingenden Grund“ – nur zum Vergnügen. Diese privaten Vergnügungsfahrten will Frau Rottmann gestatten, nur weil man sich beim Fahren ja nicht ansteckt – vernünftig? Es macht natürlich Spaß, bei herrlichem Wetter mit dem Motorrad über die Landstraßen zu düsen. Ohne besonderen Grund (Besichtigungen, Besuche, Treffen mit Freunden u.a. – alles leider zu Recht verboten) sind solche Fahrten aber Benzinverschwendung und Umweltbelastung – nur zum Spaß. Warum eine Grüne den umweltbelastenden Spaß als unverzichtbares Grundrecht sieht, verstehe ich nicht.

    Angelika Serger, 97261 Güntersleben

    Mag auch ein gehorsamer Untertan in der Zeit der Corona-Krise jede Anordnung staatlicher Organe und Behörden widerspruchslos hinnehmen, hinterfragt doch ein mündiger Bürger des 21. Jahrhunderts die eine oder andere Maßnahme auf ihren Sinn und ihre Wirkung. Dafür zwei Beispiele: Kauf von abgepackten Erden verschiedener Art ist möglich – aber nicht von Düngemitteln und Sämereien. Frage: Warum darf ein Hobbygärtner seine Beete nicht auch mit Dünger auf spätere Aussaaten und Pflanzungen vorbereiten? Blumengeschäfte und Gärtnereien sind zur Zeit geschlossen – aber bei allen großen Verbrauchermärkten findet ein flotter Verkauf von Erden, getopften Pflanzen und Schnittblumen statt. Frage: Warum werden die Kleinen benachteiligt – die Großen aber geschont und können so Umsatz und Gewinn auf Kosten geschlossener Betriebe steigern? Sind Anordnungen wirklich schon allein dadurch sinnvoll, dass sie von staatlichen Stellen erlassen werden? Zweifel drängen sich auf und sind durchaus berechtigt. Also ist Wachsamkeit vor staatlicher Willkür und Aushöhlung unseres Grundgesetzes gerade in Krisenzeiten die Pflicht eines jeden mündigen Bürgers.

    Diethard Klieber, 97828 Marktheidenfeld

    Die Bundesregierung wirbt damit, dass den Selbstständigen unbürokratisch geholfen wird. Das ist aber nicht so. Die Kleinselbstständigen müssen erst nachweisen, dass ihr Bankkonto leer ist, bevor ihnen finanziell geholfen wird. Die Konzerne (z.B. TUI, Lufthansa) erhalten sofort Unterstützung. Das ist nicht gerecht. Die Bundesregierung muss die Hilfen an die Bedingung knüpfen, dass diese Firmen alle Gewinnausschüttungen der letzten Jahre wieder zurückbuchen. Erst wenn dieses Geld aufgebraucht ist, zahlt der Staat. Es kann doch nicht sein, dass die Bürger die Kuh füttern und die Aktionäre sie melken.

    Josef Epple, 97209 Veitshöchheim

    Wir befinden uns derzeit in der weltweit größten und für die Bevölkerung erstmaligen Krise. Die globalen Auswirkungen sind auf allen Ebenen größer als alle Kriege und Katastrophen in unserer Vergangenheit. Ungewiss ist auch, wann und wie eine Normalisierung eintritt und abläuft. Die Welt wird aber mit Sicherheit nach der Krise eine andere sein. Sinnvolle politische Konsequenzen der verantwortlichen Politiker, UN, EU, Kirchen und jedem Einzelnen von uns sind notwendig. Ein schneller, höher, Gier nach mehr, Rücksichtslosigkeit, Egoismus und weiter so wie bisher ist verfehlt und muss neu geregelt werden. Solidarität, Vertrauen, Disziplin, Geduld, Vernunft, Rücksichtnahme, Klimawandel, Natur usw. müssen weltweit von allen mehr beachtet und gepflegt werden. Die bisher schon beschlossenen Hilfspakete verursachen eine nie dagewesene Überschuldung aller Staaten in unsäglicher Milliardenhöhe und müssen ja irgendwann getilgt werden. Eine erste sinnvolle Maßnahme müsste da die weltweite Reduzierung der Rüstungsausgaben z.B. um 50 Prozent sein. Man kann nur hoffen und beten, dass die Verantwortlichen endlich einmal an die Zukunft und unsere Nachkommen denken.

    Karl Heinz Werner (Am Steinberg), 97421 Schweinfurt

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