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    Soll das eine demokratische Legitimierung sein?

    Die EU hat 512,6 Millionen Einwohner. 4,6 Millionen haben an der Internet-Umfrage zum Thema Sommerzeit teilgenommen. Da sich 84 Prozent der Teilnehmer für die Abschaffung der zweimal jährlich stattfindenden Zeitumstellung ausgesprochen haben, wird wohl bald nicht mehr regelmäßig an der Uhr gedreht. Soll das etwa eine demokratische Legitimierung sein?

    Petra Brückner, 97753 Gambach

    Zu diesem heimlich in der Nacht über den Kontinent geschwappten Irrsinn hätte ich mir schon eine differenziertere Bewertung in meiner Zeitung gewünscht: Ich wette, dass 80 Prozent der EU-Bevölkerung nichts von dem quasi offiziellen Rang dieser Umfrage gewusst haben. Allein die Tatsache, dass drei der vier Millionen Stimmen aus Deutschland kamen, zeigt doch, wie sich da offensichtlich irgendwelche Partikularinteressen hochpotenziert haben. Aber das ist doch keine repräsentative Umfrage. Natürlich gönne ich unseren heutigen Aktiv-Rentnern (und mir!) den Schoppenausflug am langen Sommerabend, wo man auch um 22 Uhr noch bei halbwegs gutem Licht mit dem E-Bike heimeiern kann, aber die können halt auch im Winter länger ausschlafen bis es dann um 9 Uhr langsam hell wird. Es gibt aber schon noch ein paar Leute, die morgens um 6 Uhr anfangen, zu arbeiten, und die ihre Kinder dann quasi mitten in der Nacht auf den Schulweg schicken müssen, was dem kinderlosen Home-Office-Yuppie natürlich genauso egal ist wie die Straßenverhältnisse, mit denen Krankenschwestern, Busfahrer und Schichtarbeiter zurechtkommen müssen. Das ewige Genöle von den angeblich so unerträglichen vegetativen Folgen einer einstündigen Zeitumstellung kommt erstaunlich oft von Leuten, bei denen ein Urlaubsflug mit weniger als vier Stunden Zeitverschiebung gar nicht als richtiger Urlaub zählt. Allen muss klar sein: Ohne zweimal jährliche Umstellung wird?s entweder im Sommer ärgerlich früh dunkel – oder es bleibt im Winter unerträglich lang dunkel.

    Bernd Amling, 97246 Eibelstadt

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