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    Stiftungs-Gründung hat zum Nachdenken angeregt

    Zum Artikel „Zehn Jahre nach Robert Enkes Tod: Der Kampf gegen Depression“ (9.11.):

    Den Namen Robert Enke kennt man seit vielen Jahren nicht nur durch seine tollen Leistungen als Fußball-Tormann. Seine heimtückische Krankheit – Depression – hat sicherlich nicht nur bei Fußballfreunden Denkspuren hinterlassen. Mit der Gründung einer Stiftung hat man viele Menschen zum Nachdenken gebracht. Viele fragen sich: „So eine Krankheit hat es vor Jahrzehnten nicht gegeben.“ Widerspruch: Schon sehr lange trat die Krankheit auf, wohl auch im Mittelalter. Doch damals wurden diese Beschwerden nicht als Krankheit gesehen, sondern es wurden die Betroffenen ausgegrenzt und als Geisteskranke in die Ecke gestellt. Heute ist zum Beispiel in Deutschland die Wahrnehmung eine andere, dennoch für die Erkrankten keineswegs befriedigend. Wer noch nie depressiv war und dazu befragt werden würde, würde eine Anteilnahme der Erkrankten kaum hervorrufen. Doch diese Krankheit soll die häufigste Krankheit weltweit sein. 90 Prozent der Suizide sollen darauf zurückgehen. Es gibt zum Beispiel die Psychiatrie in Lohr, eine Diamantquelle des Bezirks Unterfranken, vor allem wegen der Forensik. Wie hieß es vor Jahrzehnten mit Spott überladen: „Wer so weitermacht, kommt in die Füchsleinstraße oder nach Lohr.“ Depression kann auch mit einem Burnout beginnen. Wenn jeder gesunde Erwachsene eine nur mittelschwere Depression für nur vier Wochen bekäme und nicht wüsste, dass nach vier Wochen dieses Übel verschwindet, könnte das dazu führen, dass die Selbstmordrate nicht unwesentlich steigt.

    Walter Maschke, 97074 Würzburg

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