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    Umdenken im Umgang mit Nutztieren

    Der 28-jährige Landwirt, der 2000 Kreaturen so grausam verenden ließ, wird keine Strafe erhalten und die 200 000 Euro Aufräumarbeiten werden womöglich wir alle, nämlich der Steuerzahler, tragen. Diese beschämende Tatsache sollen wir Bürger nun also auch wieder einmal ohne allzu große Kritik hinnehmen. Massentierhaltung ist halt ein Geschäft mit Tücken. Ich möchte mir nicht vorstellen, was in den fünf Jahren seit dem letzten Vorfall in diesem Stall geschehen ist. Das Veterinäramt hat 2014, nachdem 172 Schweine verendet waren, kontrolliert und hätte das weitere Elend stoppen können. Hier wurde auf vielen Ebenen versagt. Was bleibt nach über einem Jahr seit dem Schock? Aufarbeitung, Konsequenzen, und das Eingestehen von Fehlern? Fehlanzeige! Ein verquastes Urteil mit viel Unverständnis bleibt. Es muss ein Umdenken im Umgang mit den uns anvertrauten Nutztieren eingefordert werden. Eine ethisch verantwortungsvolle Tierhaltung, Schulungen und regelmäßige und unangekündigte Kontrollen müssen für gewerbliche Tierhalter zur Pflicht werden.

    Werner Albert, 97072 Würzburg

    Gerhard Meißner hat in seinem Kommentar zum Ausdruck gebracht, dass bei der Aufarbeitung des Skandals von über 2000 elendig verendeten Schweinen der „Rechtsstaat kapituliert“ hat. Viel zu oft steht ganz allgemein die Erwartung an den Rechtsstaat mit dem Rechtsempfinden der Bevölkerung nicht im Einklang. Natürlich ist Basis der Rechtssprechung die durch den Gesetzgeber beschlossenen Gesetze und die damit vorgegebene Rechtslage. Ständig wird uns von der Politik suggeriert, dass es der Rechtsstaat schon richten wird oder muss. Aber immer wieder stellen wir fest, dass der Rechtsstaat trotz der in den letzten Jahren massiven und kostspieligen Aufrüstung an Grenzen stößt, die er einfach nicht garantieren kann bzw. deren umfängliche Überwachung ihn überfordern. Der Schweineskandal im Ochsenfurter Gau bei Gelchsheim offenbart das beispielhaft und anschaulich.

    Dr. Konrad Hartmann, 97199 Ochsenfurt

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