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    Unsensible Idee gegenüber alkoholkranken Menschen

    Wenn ein Pfarrer glaubt, er kann seine Schäfchen nur noch mit Whisky bei der Stange halten, dann stellt er seiner Kirch und auch sich selbst ein Armutszeugnis aus.

    Armin Wiederer, 97218 Gerbrunn

    Ich halte das neue Seelsorgeformat des Pfarrers Thomas Eschenbacher für eine unsensible Idee gegenüber Millionen alkoholkranken und -geschädigten Menschen – Kindern, Partnern, Angehörigen – und gegenüber dem Evangelium selbst, insbesondere Lukas 21,34: „Nehmt euch in Acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euer Herz nicht beschweren und dass jener Tag euch nicht plötzlich überrascht . . .“. Bei Alkohol handelt es sich um eine psychoaktive und giftige Substanz, die so gar nicht den wachsamen und klaren Geisteszustand befördert, den es bei Exerzitien sonst braucht. Auch wenn trinkfreudige Gruppierungen und jetzt auch die Kirche mit den Whisky-Exerzitien Alkoholkonsum bagatellisieren, ist doch wissenschaftlich längst bewiesen, dass selbst kleinste Mengen Acetaldehyd, ein Abbauprodukt von Ethanol im Trinkalkohol, krebserregend sind. Abgesehen von den gesundheitlichen Folgen empfinde ich es im Rahmen der katholischen Kirche als Verballhornung, wenn Whisky und Exerzitien in einem Atemzug genannt werden. Denn Whisky steht zu Exerzitien im Widerspruch. Die Veranstaltung bringt zusammen, was nicht zusammen gehört. Exerzitien sind ein Werkzeug der Selbst- und Gotteserkenntnis. Von daher sollte die Vorliebe für Whisky Privatangelegenheit des Pfarrers Thomas Eschenbacher bleiben.

    Jutta Weiß, 67063 Ludwigshafen

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