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    Verfall der Arbeitslust

    Weltspitze bei den Steuern ist ein ebenso zweifelhafter Rekord wie Exportweltmeister. Beides trägt nur zu Selbstausbeutung und Verfall der Arbeitslust bei. Für viele Alleinstehende lohnt es sich doch gar nicht mehr, sich steuer- und sozialversicherungspflichtig bis zum – ziemlich hohen – Renteneintrittsalter Tag für Tag an die Arbeitsfront zu schleppen, um dann am Monatsende staunend mit ansehen zu müssen, was „dabei hinten rauskommt“. Von den viel gepriesenen Sozialleistungen erhält man ohnehin nichts, bis man sein Vermögen fast vollständig aufgebraucht hat. Da ist es doch viel klüger, sich am frugalistischen Prinzip zu orientieren. Das heißt, nur so lange zu arbeiten, bis ein tragfähiger Vermögensgrundstock geschafft ist und dann aus dem Arbeitsleben auszusteigen. Denn mitnehmen „ins nächste Leben“ kann man ohnehin nichts – und das fragwürdige Vergnügen für Rabenvater Staat Gesundheit und Lebenszeit opfern zu dürfen, wird wohl nur für völlig naive Idealisten Anreiz zu immer neuen Höchstleistungen sein.

    Elvira Wiehl, 97340 Segnitz

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