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    Vielleicht ist das der Beginn des Abschiednehmens von der Monarchie

    Zum Artikel "Buch über Leticia wühlt Spanien auf" (2.3.):

    Emilio Rappolds Bericht beschreibt ein europapolitisches Dilemma, welches von grundlegender Bedeutung für "Selbstverständnis und Zukunft" der Europäischen Union ist: Beibehalt oder Abschaffung von Monarchie als "vordemokratische" Regierungsform? Europäische Königtümer einschließlich des Vatikan leben von einer pikanten Privilegierung: Sie steht ihnen angeblich gottgewollt zu, und sie hält sich über "royale Blutlinien" bis heute. Das ist ein Anachronismus, den wir u.a. der hinkenden Säkularisierung von 1803 verdanken. Nach moderner humanistischer Staatsphilosophie, die sich an den Menschenrechten der UN und der EU orientiert, ist die geeignetste Regierungsform, welche diesen Ansprüchen gerecht wird noch immer einzig und alleine die Demokratie. Sie geht vom Volke aus. Sie birgt das Risiko, dass nach demokratischen Wahlen auch Verächtern von Menschen- und Völkerrecht an die Macht kommen. Demokratie bedeutet deshalb zu Recht "Macht auf Zeit" und nicht bis in alle Ewigkeit wie in der Monarchie. Wagt man den Rückblick, wie Caudillo Franco die Monarchie am Ende seiner Diktatur mit Hilfe der Kirche installierte, versteht man die Empörung Spaniens über Letizia recht gut. Vielleicht ist das  der Beginn des Abschiednehmens von der Monarchie wie in Großbritannien auch. Dabei bleibt zu hoffen, dass dieser Wandel hin zur vollendeten Demokratie ohne Schaden für Volk und Demokratie von statten geht.

    Frank Stößel,  97299 Zell

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