• aktualisiert:

    Was machen wir mit Flugreisen, Kreuzfahrt- und Containerschiffen?

    Dass über ein Dieselfahrverbot in Würzburg nachgedacht wird, war ja abzusehen. Aber hat jemand schon mal über die folgenden Dinge nachgedacht? Der Grenzwert für Stickoxide (NOx) wurde vom Gesetzgeber jetzt einfach mal auf 40 Mikrogramm (mcg) pro Kubikmeter festgelegt. Dieser Grenzwert darf auf öffentlichen Straßen nur an wenigen Tagen im Jahr überschritten werden und führt sonst zum Fahrverbot für ältere Dieselfahrzeuge. Aber jetzt kommt?s: Der Grenzwert am Arbeitsplatz liegt in Deutschland bei 950 mcg und in der Schweiz sogar bei 6000 mcg (wobei man der Schweiz ja nicht gerade vorwerfen kann, dass sie sich nicht um das Wohl ihrer Bürger kümmern würde). Weitere interessante Vergleiche: Küche mit Gasherd: 4000 mcg; Zimmer mit offenem Kamin: 8000 mcg; die 15 größten Schiffe der Welt stoßen mehr NOx aus, als 750 Millionen PKW zusammen und rund 90 000 Schiffe sind auf den Meeren unterwegs. Über die Flugzeuge am Himmel wollen wir erst gar nicht drüber nachdenken. Zudem steht die Messstation am Stadtring in Würzburg zu nahe an der Straße und einer Ampel – dort stehen immer Autos und es ist klar, dass genau dort der Wert ständig überschritten wird. Dass dieses Problem nun auf die Dieselfahrer, obwohl es die Autoindustrie wissentlich verbockt hat, abgewälzt wird, ist eine große Unverschämtheit. Die Gelbwesten in Frankreich würden sich so was nicht gefallen lassen. Wann wacht der deutsche Bürger endlich auf und hinterfragt mal das, was diese Regierung so alles mit ihm treibt?

    Karin Wirnsberger-Selby, 97232 Ingolstadt

    Ich habe mir vor einem Jahr ein Dieselfahrzeug gekauft, wohne im Landkreis Würzburg und arbeite ein- bis zweimal pro Woche in Würzburg. Meiner Meinung nach ist es ein Witz, den kompletten zunehmenden Verkehr auf die Dieselfahrzeuge abzuwälzen. Wenn ich die Zeitung morgens lese, muss ich mich schon manchmal fragen: „Lass den Klick in deiner Stadt“, „Abschaffung von Parkplätzen“, „Dieselfahrverbot“! Wie sollen hier die Einzelhändler überleben? Wird dadurch nicht die komplette Innenstadt von Würzburg „tot“ gemacht? Wenn es so weiter geht, erübrigt sich das von allein, denn wer will denn dann noch nach Würzburg ? Soll ich jetzt auch noch meine Arbeitsstelle aufgeben oder mir zusätzlich ein Busticket kaufen? Rechnerisch würde ich dann für das Busticket arbeiten gehen und die Kosten für das Auto würden zusätzlich anfallen.

    Gabi Pregitzer-Zorn, 97271 Kleinrinderfeld

    Wie lange lassen wir uns noch von Lobbyisten für dumm verkaufen? Wir wollen alle eine gesunde Umwelt. Aber nur dem Auto alles in die Schuhe zu schieben, ist wieder mal typisch deutscher Aktionismus. Selbst anerkannteste Ärzte und Wissenschaftler sehen die Zahlen von Erkrankungen und gar Todesfällen nicht als Tatsache an. Zweifelhafte Messverfahren an unerklärlichen Stellen verzerren ebenfalls das Bild. Was machen wir mit Flugreisen, Kreuzfahrt- und Containerschiffen? Und wo kommt der Strom für Elektroautos her?

    Horst Duschek, 97502 Euerbach

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!