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    Angstgefühle nicht noch verstärken

    Zum Artikel „Fühlen wir uns schon zu sicher?“ (25.5.):

    Ihr Artikel beginnt so positiv. Endlich verstärken Sie mal nicht wie sonst die unnötig allgegenwärtigen Angstgefühle, sondern schreiben von Mutmachendem. Warum aber müssen Sie dann reißerisch formuliert in die Unterheadline setzen, dass Experten vor einer zweiten Infektionswelle warnen? Denn schon ist sie damit wieder da, die mediale Angsterzeugung und die so ungeprüft übernommene postulierte Sorge um eine ominöse weitere „Welle“. (Ich wünsche mir endlich einmal einen sachlich und ergebnisoffen recherchierten Bericht in der Main-Post über die Argumente, die für und gegen die Annahme einer weiteren Welle sprechen!) Und als Beispiel führen Sie u.a. die jüngst in Hessen durch einen Gottesdienstbesuch über 100 neuinfizierten Personen an. Warum aber schreiben Sie dazu dann nicht die ganze Wahrheit? Da steht nichts davon, dass es zwar neu infizierte Personen sind, aber dass davon gar nicht alle erkrankt sind! Sie schreiben auch nichts davon, dass meiner Kenntnis nach nur 1 Person davon klinisch behandelt werden muss. Nur klinisch, nicht intensivmedizinisch. Sie schreiben auch nichts davon, dass die Infizierten entweder keine Krankheitsanzeichen oder nur leichte bis maximal mittelstarke Symptome haben und Viele bereits wieder gesundet sind. Warum nicht? Damit würden Sie der von Ihnen als bedrohlich hingestellten Zahl von wieder über 100 Neuinfizierten doch sofort die Dramatik nehmen! Was ist schlimm daran, wenn gesunde Menschen an grippeähnlichen Symptomen erkranken? Dann sollten diese Menschen das machen, was man sonst auch immer gemacht hat: Zuhause bleiben, um sich auszukurieren und zu genesen und Risikogruppen damit davor schützen, sich anzustecken. Ganz unspektakulär. Wäre Ihnen in früheren Jahren die Tatsache, dass wieder über 100 Menschen an Grippe erkrankt sind, eine Zeile wert gewesen? Ich denke nicht. Ich wünsche mir von den Medien eine offene, sachliche Berichterstattung, die nicht von Angst- und Panikmache und auch nicht von unkommentiert übernommenen politischen Äußerungen geprägt ist. Wie beenden Sie Ihren Bericht? Mit einer Warnung und dem Zitieren, dass nur wenige Menschen bislang immun sein dürften. Also lassen Sie uns doch froh sein über jede einzelne Person, die auf natürliche Art und Weise durch das Durchleben einer „Grippe“ immunisiert ist. Und lassen Sie uns die irgendwann möglichen Impfungen für die Risikogruppen mit Vorerkrankungen verwenden, für welche die Erkrankung an Covid19 schlimme Folgen haben kann. Das macht wirklich Mut und nimmt Sorge!

    Klaus-Dieter Bopp, 97076 Würzburg

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