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    Der SPD mangelt es nicht seit Jahren an Verlässlichkeit

    Zum Artikel „Eva Högl ist die lachende Dritte“ und zum Standpunkt „Verheerendes Bild“ (7.5.):

    Und jetzt – durch taktisches Personalgeschacher – auch noch Frau Eva Högl. Man kann nur beten, dass die Bundeswehr nie ernsthaft sicherheitsrelevant für Deutschland wird.

    Brigitte Vey, 97422 Schweinfurt

    Zugegeben, die SPD bot beim Wechsel des Wehrbeauftragten ein fatales Bild! Ihr deswegen aber vorzuwerfen, es mangele ihr „seit Jahren“ an Verlässlichkeit, geht an den Tatsachen vorbei. Wurde die SPD doch gegen den eigenen Wunsch Partner der CDU/CSU in einer Großen Koalition, weil die FDP das Handtuch warf. Und sie hält an dieser Entscheidung fest, obwohl das neue Vorsitzenden-Duo sich für den Austritt aussprach. Die Partei ließ sich ihr Entgegenkommen zwar mit einigen netten Ministerämtern versüßen, was aber nicht ungewöhnlich in unserer Gesellschaft ist. Der Verweis auf steigende Umfragewerte der CDU/CSU hilft auch nicht weiter. Denn vor der Corona-Krise plagte sich diese Partei ebenfalls mit Personaldiskussionen, ihre Zustimmungswerte befanden sich in freiem Fall.

    Christl Neeb, 97795 Elfershausen

    Wer Bernhard Jungingers Kommentare verfolgt, kennt seinen Standpunkt: Rechts! So weit in Ordnung, Politik wird nun mal in Links, Mitte und Rechts eingeteilt. Die Kampfbegriffe gegen die SPD wie „keine Verlässlichkeit, ausufernde Klientelpolitik, Abwendung von der arbeitenden Mitte, Realitätsverlust“ und so weiter, die Herr Junginger benutzt, halte ich nicht nur für grundfalsch, sondern auch für dumm. Die Konstante in der jetzigen Corona-Krise und auch in der Finanzkrise 2008/2009 ist und war die SPD. Merkel wusste das und stand damals wie heute den SPD-Ministern oft näher als denen der Union. Das mag den Konservativen nicht passen, aber schon immer, wenn es in Deutschland gefährlich wurde, war die Kraft und Verlässlichkeit der SPD gefragt. Dass die SPD extrem kritisch mit sich selbst und ihren Erfolgen umgeht, nervt oft auch mich. Letztlich sind aber die Ergebnisse entscheidend. Und die sprechen nun mal dafür, dass gerade die arbeitende Mitte und die Benachteiligten der Gesellschaft stark im Fokus der Sozialdemokraten stehen. Im Übrigen waren die Reformen der Schröder-Regierung für den wirtschaftlichen Wiederaufstieg Deutschlands ausschlaggebend, aber gezahlt hat dies die Arbeiterschaft, Rentner und andere, deren Einkommen über viele Jahre nicht gestiegen ist. In der Folge sank die SPD bei den eigenen Wählern und wurde auch, trotz ihrer Sozialpolitik mit dem gewünschten Abfedern der Hartz-Folgen nicht mehr vom Wähler belohnt. Ich möchte mir nicht ausmalen, was wir ohne die stabilisierende SPD in der Regierung aktuell für ein Gewürge hätten. Sehr geehrter Herr Junginger, das Eigentor haben Sie geschossen.

    Georg Weißenberger, 97437 Haßfurt

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