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    Es geht auch um Gerechtigkeit

    Zum Artikel „Freiwilligenarmee infrage gestellt“:

    Annegret Kramp-Karrenbauers Vorschlag, unserer Berufsarmee einen Freiwilligendienst zur Seite zu stellen, steht dem Vorschlag von Eva Högl, zur Bekämpfung von Rechtsextremismus in der Armee die Wehrpflicht wieder einzuführen, mit einem Vorteil gegenüber: Ein freiwilliger Gemeinschaftsdienst wird junge Frauen und Männer stärker motivieren, wenn sie sich wahlweise in Bundeswehr, THW oder Einrichtungen für Gesundheit, Pflege, Bildung und Ökologie einsetzen dürfen. Wichtig bleibt, dass im Wehrdienst geforderte Formen des Gehorsams stets mit der Menschenwürde und den Grundrechten der Soldatinnen und Soldaten vereinbar bleiben. Vielleicht muss nach einer Probezeit auch ein Wechsel vom einen Dienst in einen anderen möglich sein. Schließlich geht es bei einer Reform der Gemeinschaftsdienste aber auch um (Wehr-) Gerechtigkeit, Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in Uniform aus allen Schichten der Bevölkerung in die Gesellschaft, Einbringung erlernten Know-Hows und Erweiterung sozialer Kompetenz der jungen Menschen nach Beendigung von Ausbildung und Studium. Ob allgemeine Dienstpflicht oder freiwilliger Gemeinschaftsdienst, diese Entscheidung wird der jetzt durch Wehrbeauftragte und Verteidigungsministerin in Gang gesetzte Diskurs in Parteien und Verbänden im Parlament zu einer Entscheidung für die Stärkung unserer Parlamentsarmee führen. Dabei gilt es ordentlich Geld in die Hand zu nehmen nicht nur für Equipment und angemessene Vergütung für die Dienstleistenden in allen Bereichen, sondern auch in der Kommunikation der Werte und Normen, für die man als Dienender eintreten soll. So bleibt am Ende die Frage: Freiwilligkeit oder Pflicht? Bei erstem bleiben (Wehr-) Gerechtigkeit und breite Akzeptanz der Bundeswehr in der Gesellschaft ein wenig auf der Strecke. Was wohl die jungen Menschen, welche die eine oder andere Entscheidung treffen wird, dazu sagen? Eine aktuelle Umfrage bei den in Bälde Betroffenen wäre sicher aufschlussreich und würde die jetzt so notwendige Debatte beflügeln. Als leidenschaftlicher Vertreter von Schulassistenz muss ich in dieser Frage noch das loswerden: Könnte man Freiwilligendienstleistende nicht auch stärker als bisher als Schulassistenten im Unterricht einsetzen?

    Frank Stößel, 97299 Zell

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