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    Invasion ist im Anmarsch

    Zum Samstagsbrief „Sanften Tourismus für die Mainschleife, Marco Maiberger!“ (8.8.)

    Die Invasion ist wieder im Anmarsch! Die Rede ist von einer Armada an Flusskreuzfahrtschiffen, die als schwimmende Corona Hotspots Tag für Tag Menschenmassen in Volkach ausspucken. Dabei werden Hunderte Passagiere zum Freigang aus ihrer Käfighaltung entlassen, um sich in Volkach die Füße zu vertreten und den Eingeborenen bei ihren Volkstänzen zuzuschauen. Mit der Einrichtung von zwei Landebrücken als kostenlose Parkplätze für Flusskreuzfahrtschiffe, hat Volkach einer unheilvollen Überflutung der Stadt durch fremde Menschenmassen zugestimmt, ohne sich allerdings über die damit verbunden Belastungen im Klaren zu sein. In den Köpfen spuken grandiose Gewinnvorstellungen, die aus dem Flusstourismus zu realisieren seien. Doch genau das Gegenteil ist der Fall! Vor ihrem Freigang werden die Passagiere noch an Bord – „all inclusive“ – abgefüttert und getränkt, bevor sie für einige Stunden durch die neue „Drosselgasse“ der Volkacher Innenstadt trampeln dürfen. Obwohl sich hier ein Gastronomiebetrieb an den anderen reiht, haben weder die Volkacher Hoteliers oder Gastronomen, noch die Winzer oder die Einzelhändler einen Nutzen von den Flusskreuzfahrern, weil diese bereits in den vorher angelandeten Weinorten ihre Weinproben und Einkäufe erledigt haben. Aber selbst dann, wenn in Volkach noch ein Kaufwunsch bestünde, würden Einfuhrverbote und Gewichtsbeschränkungen der Herkunftsländer der meist ausländischen Passagiere, solchen Einkäufen entgegenstehen. Somit bleibt der Stadt von der Massenüberflutung durch Flusskreuzfahrer, nur deren Abfallentsorgung übrig. Hinzu kommt dann noch die dramatische Luftverpestung durch die am Mainufer liegenden 130 Meter langen Stahlkolosse mit ihren im Dauerbetrieb laufenden Dieselmotoren. Und schließlich stellt die erhebliche Verunreinigung des Flusswassers durch die Entsorgung konzentrierter Abwässer und Fäkalien von Flusskreuzfahrer-Hundertschaften eine weitere gravierende Umweltbelastung dar. Dabei geht es nicht nur um das humane Gesundheitsrisiko durch die Einleitung von Bakterien und Medikamentenrückständen, sondern auch um die Vernichtung des biologischen Lebensraums durch Wassererwärmung und Sauerstoffentzug. In Anbetracht dieser hohen Belastungen und Risiken ohne erkennbaren Nutzen, sollten die beiden Anlegestellen umgehend geschlossen, und wertvolles Mainufer der Allgemeinheit wieder zugänglich gemacht werden.

    Willy Klapheck, 97332 Volkach

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