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    Seriöse Beweise für das Gegenteil werden ignoriert

    Zum Leserforum "Im Besitz der ganzen Wahrheit?" (30.5.):

    In dem Leserbrief wird behauptet, derzeit würde man Andersdenkende, die nicht die Mainstream-Meinung haben, pauschal als Verschwörungstheoretiker abkanzeln. Weiter wurde die (wohl rhetorische) Frage gestellt: „Wer bestimmt eigentlich, wer als „Verschwörungstheoretiker“ gilt?“
    Diese Frage ist leicht zu beantworten mit: Niemand, denn das ist unnötig, weil es klar definiert ist. Eine Verschwörungstheorie zeichnet sich dadurch aus, dass für eine Entwicklung zum Nachteil des Verschwörungstheoretikers eine Gruppe oder eine Person verantwortlich gemacht wird, die dadurch einen tatsächlichen oder eingebildeten Vorteil erlangt, ohne dass es dafür stichhaltige Beweise gibt. Gerne wird die Theorie mit angebliche „Beweisen“ aus unseriösen Medien belegt und seriöse Beweise für das Gegenteil werden ignoriert. Typisch ist außerdem, dass die Anhänger einer solchen Theorie diese nicht als solche wahrnehmen, sondern als feststehende Wirklichkeit betrachten. Behauptet also beispielsweise ein Politiker angesichts von an Corona gestorbenen Leichenbergen, diese Krankheit sei nur ein Schnupfen, so ist er noch kein Verschwörungstheoretiker, sondern nur ein verantwortungsloser Lügner. Behauptet er aber beispielsweise, dass Bill Gates, die Juden oder dunkle Mächte die Pandemie steuern würden, um die Weltbevölkerung zu dezimieren, die Weltherrschaft zu erringen oder die Bevölkerung zu versklaven, ohne stichhaltige Belege dafür zu liefern, so ist das eine Verschwörungstheorie. Natürlich darf jeder seiner Theorie anhängen und dies auch öffentlich kundtun, auch wenn sie offensichtlich Unsinn ist, solange er sich an demokratische Spielregeln hält. Wenn er aber dabei den Willen der Mehrheit ignoriert, die das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit durch Hygieneregeln und zeitweilige Einschränkungen gewahrt haben möchte und an erste Stelle stellt, so muss dem Einhalt geboten werden. Demokratie heißt nicht, dass sich eine Minderheit über die Regeln der Mehrheit hinwegsetzen kann, weil sie sich im Besitz der alleinigen Wahrheit wähnt oder einfach Lust dazu hat.
     
    Peter Greb,  97209 Veitshöchheim

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