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    Scheurings Wort zum Samstag: Die Könige des Absurden

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    Heute vor genau 50 Jahren hat sich Außerordentliches ereignet: Am 5. Oktober 1969 zeigte das britische Fernsehen die erste Folge von „Monty Python's Flying Circus“. Die innovativste und einfallsreichste Komikertruppe, die dieser Planet je gesehen hat, erblickte das Licht der Welt. Insgesamt 45 Folgen wurden bis 1974 gedreht, Filme wie „Die Ritter der Kokosnuss“ und „Das Leben des Brian“ folgten. Zu den Großtaten der sechs Komiker zählen das Ministerium für bescheuerte Gangarten, die Kür des Oberschicht-Trottels des Jahres, das Büro für Beschimpfung oder der tödlichste Witz der Welt. Die Könige des Absurden stellten sämtliche gesellschaftlichen Konventionen und Autoritäten infrage und brachten die Welt zum Lachen. Damals war diese Art von Komik völlig neu – heute ist sie weit verbreitet. Man denke nur an das völlig absurde Theater rund um den Brexit, das seit drei Jahren aufgeführt wird, oder an die von einem Comedy-Autor mit viel Sinn für schrägen Humor erfundenen Gestalten Donald Trump und Boris Johnson, deren Auftritte alle Regeln sprengen und zur globalen Erheiterung beitragen. Die Briten haben den Konservativen Jacob Rees-Mogg als Oberschicht-Trottel des Jahres, und wir haben zwar kein Ministerium für bescheuerte Gangarten, aber immerhin Andreas Scheuer im Verkehrsministerium. Das ist irre komisch und total verrückt. „Wir leben in einer zunehmend pythonesken Welt“, erklären Monty Python auf ihrer Website. „Extreme Albernheit scheint heute relevanter zu sein als je zuvor.“ Und da soll noch mal einer sagen, Komiker hätten keinen Einfluss.

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