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    Scheurings Wort zum Samstag: Ein schöner Erfolg

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    Der SPD-Vorsitz, der berühmteste Wanderpokal in der deutschen Parteienlandschaft, wurde neu vergeben. Saskia Esken und Norbert „Nowabo“ Walter-Borjans haben sich gegen Olaf Scholz und Klara Geywitz durchgesetzt und bilden nun offiziell die neue Spitze.

    Erstmals wird die Partei von einem Duo geführt, das zu gleichen Teilen männliche und weibliche Inhaltsstoffe aufweist. Letztlich spielt es keine Rolle, ob Saskia Nowabo oder Klara Scholzwitz der SPD vorsitzen. Wichtig ist, dass ein Mischwesen – halb Mann, halb Frau – an der Spitze steht. So funktioniert das bei den Grünen oder den Linken ja auch. Und nicht nur dort. Sogar der Neuerungen eher reserviert gegenüberstehende Vatikan hat ja seit einigen Jahren mit Franziskus und Benedikt eine Art Doppelspitze. Leider ist aus Gründen der Brauchtumspflege keine Frau dabei, dafür tragen die beiden Männer zum Ausgleich lange Röcke.

    Das Jahr 1888 wurde als Dreikaiserjahr berühmt. 2019 wird als Sechs-SPD-Vorsitzenden-Jahr in die Geschichte eingehen. Nach Andrea Nahles und den Übergangschefs Malu Dreyer, Manuela Schwesig und Thorsten Schäfer-Gümbel nun also Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken. Zudem hat die SPD mit sechs Personen drei unterschiedliche Formationen aufgestellt: die Einzelchefin, das Führungstrio und die Doppelspitze.

    Was kommt als Nächstes? Ein Quartett? Die glorreichen Sieben? Oder ein Elferrat? Vermutlich wird die SPD so keine Wahlen gewinnen, aber vielleicht gibt es am Ende einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde. Und das wäre doch auch ein schöner Erfolg.

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