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    Scheurings Wort zum Samstag: Eine fantastische Perspektive

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    Bei den britischen Unterhauswahlen haben die Konservativen um Premierminister Boris Johnson einen klaren Sieg errungen. Was bedeutet das für den Brexit? Kommt er jetzt wirklich? Das wäre natürlich bitter, denn dann müsste die Welt künftig auf die Übertragung der lustigen Debatten und Abstimmungen im britischen Unterhaus verzichten.

    Noch vor wenigen Monaten hatte Johnson, ein herausragender Repräsentant der feinen englischen Art, verkündet, er würde „lieber tot im Graben liegen“ als in Brüssel um eine weitere Brexit-Verschiebung zu bitten – was er dann aber doch tun musste. Dennoch ist der Premier noch sehr lebendig, auch wenn zeitweilig der Eindruck entsteht, sein Gehirn liege irgendwo tot im Graben. Johnson hat den Briten für die Zeit nach dem Brexit eine „fantastische Infrastruktur“ versprochen – und vor Jahren schon die fantastische und frei zusammenfantasierte Summe von 350 Millionen Pfund, die Großbritannien angeblich jede Woche an die EU überweist und die stattdessen in den Nationalen Gesundheitsdienst gesteckt werden könnte.

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    Vielleicht schlägt Johnson dem Parlament auch vor, die weltweiten TV-Übertragungsrechte für die Klamauksendungen aus dem britischen Unterhaus inklusive Werbepausen und Rede der Königin für 350 Millionen Pfund zu verkaufen. Das durch diesen Deal eingenommene Geld kann London dann in den Nationalen Gesundheitsdienst stecken, um einigen Politikern auf der Insel neue Gehirne zu besorgen. Das wäre schön, aber auch eine Verschwendung, da Politiker auch ohne Gehirn sehr erfolgreich sein können.

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