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    Scheurings Wort zum Samstag: Scheurings Wort zum Samstag: Peinlichkeit und Popularität

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    Ich wollte eigentlich nichts über Luke Mockridge schreiben. Doch die Selbstvermarktung des „Komikers“ schärft den Blick dafür, wie diese Welt heute funktioniert. Mockridge hatte bei einem extrem peinlichen Auftritt im „ZDF-Fernsehgarten“ atemberaubend schlechte Witze erzählt, Fürze aus der Achselhöhle heraus produziert, eine Banane wie ein Handy ans Ohr gehalten und war quiekend wie ein Schimpanse über die Bühne gehüpft. Es kam zum Eklat. Offenbar ging es ihm vor dem Start seiner neuen TV-Show nur um mediale Aufmerksamkeit, denn hierfür kann in dieser Zeit – in der „Soziale Medien schnell heißlaufen“, wie es so schön heißt – nichts idiotisch genug sein. Nun erklärte Mockridge, Autoren seiner „Gags“ seien Kinder im Grundschulalter gewesen. Falls das wirklich stimmt und keine Ausrede ist, stellen sich zwei Fragen: Sollte das juristisch nicht bald als neue Form des Kindesmissbrauchs eingestuft werden? Und handeln denn nicht Politiker wie US-Präsident Donald Trump oder der britische Premier Boris Johnson, denen nichts peinlich ist, genauso? Ja, das tun sie, denn viele Leute mögen das. Es ist ganz offensichtlich, dass sich auch diese beiden Komiker, um ihre Popularität zu steigern, vor vielen ihrer Auftritte von Kindsköpfen beraten lassen. Luke Mockridge hat der Peinlichkeit nun neue Horizonte eröffnet. Kann die Politik da mithalten? Noch nicht ganz. Aber wenn Donald Trump beim nächsten Gipfeltreffen plötzlich wie ein Schimpanse quiekt und herumspringt und Boris Johnson in Brüssel mit einer Banane telefoniert und aus den Achselhöhlen pupst, wird es so weit sein.

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