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    Scheurings Wort zum Samstag: Schöne Perspektiven

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    Liebe Schwestern und Brüder, das Jahr 2019 neigt sich dem Ende entgegen. Es hat uns zahlreiche denkwürdige Erkenntnisse beschert. Der Fußballtrainer Pal Dardai erkannte messerscharf: „Wenn du eine andere Atmosphäre hast, sieht auch ein Scheißspiel besser aus.“ Das gilt übrigens für alle Bereiche des Lebens. In der Politik machte sich 2019 Todessehnsucht breit. „Ich würde lieber tot im Graben liegen“, meinte der britische Premier Boris Johnson zu einer Verschiebung des Brexit. Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte sagte mit Blick auf die SPD: „Wer hier Vorsitzender werden will, muss schon ein bisschen Todessehnsucht entwickeln.“ Und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beklagte den „Hirntod der Nato.“ Apropos Hirntod: US-Präsident Donald Trump erklärte, die Kurden „haben uns nicht im Zweiten Weltkrieg geholfen“. Das stimmt. Der Vollständigkeit halber muss aber auch erwähnt werden, dass die USA bei den Kreuzzügen gekniffen und Karthago nicht geholfen haben, als es von Rom zerstört wurde. Thomas Gottschalk stellte schon Anfang des Jahres fest: „Durch die Gesamtverblödung meiner Umgebung bin ich plötzlich in die intellektuelle Ecke gedrängt worden.“ So etwas kann heute schnell passieren. Im Hinblick auf die Gesamtverblödung sind die Einflussmöglichkeiten des Einzelnen natürlich begrenzt. Aber gemäß Herbert Achternbuschs Motto „Du hast keine Chance, aber nutze sie!“ bleiben als Perspektive und Trost zumindest diese Worte des Trainers Jürgen Klopp: „Wenn wir es nicht schaffen, lasst uns möglichst schön scheitern.“ Das ist auch meine Devise für 2020.

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