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    Scheurings Wort zum Samstag: Und täglich grüßt der Brexit

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    Vor zwei Tagen wollte Großbritannien aus der EU austreten. Doch der schon oft verschobene Brexit-Termin wurde wieder verschoben. Alles wiederholt sich, weil es beim Brexit schon lange nicht mehr mit rechten Dingen zugeht – genauso wie in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ über die US-Stadt Punxsutawney, in der jedes Jahr der Tag des Murmeltiers gefeiert wird. Wirft das Tier beim Erwachen aus dem Winterschlaf einen Schatten, soll es laut einer Wetterregel sechs weitere Wochen winterlich bleiben. Ist dagegen kein Schatten sichtbar, naht angeblich der Frühling. Im Film sitzt die Hauptfigur in einer Zeitschleife fest, wird jeden Tag aufs Neue vom Radio mit dem Song „I got you Babe“ von Sonny und Cher geweckt, und der Moderator kündigt den Murmeltier-Tag an. Mit dem Brexit verhält es sich nicht anders. Es ist ganz klar, wie es in dem Drama weitergeht. Das Unterhaus lehnt einen neuen Austrittsvertrag ab, die EU räumt eine Fristverlängerung ein, dann verkündet Boris Johnson Neuwahlen oder schickt die Abgeordneten in eine Zwangspause. Zur Wiedereröffnung des Parlaments muss die Queen eine von einem Murmeltier verfasste Rede vorlesen, statt der britischen Nationalhymne erklingt „I got you Babe“. Der Unterhaussprecher ruft „Order!“, nach Tumulten wird das britische Parlament nach Punxsutawney verlegt. Dort tritt der Brexit dann in ein neues Stadium: Einmal pro Jahr wird Boris Johnson – oder ein anderes Murmeltier, das gerade britischer Premier ist – aus dem Winterschlaf geweckt: Wirft sein Körper einen Schatten, wird der Brexit kommen. Oder auch nicht.

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