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    Unterm Strich: Alt ist das neue Neu

    Kommt ja alles wieder. Neon zum Beispiel. War immer fürchterlich, aber Ende der 80er, Anfang der 90er so was von „in“. Andre-Agassi-Style eben. Anfang 2019 stellte dann das Fachorgan „Cosmopolitan“ fest: „Celebs und Influencer sind sich einig: Neon ist der neue Modetrend.“ Alt ist das neue Neu. Und die Hits der 1980er – genau, Straßenfeger! Selbst eine so dröge Show mit einem so drögen Namen wie „Gottschalks große 80er-Show“ sahen am Samstagabend fast fünf Millionen Zuschauer und brachten dem ZDF den Quotensieg. Unter den Zuschauern: 360 000 der 14- bis 39-Jährigen. Die fanden es offensichtlich voll dufte, wie sich Nik Kershaw durch sein „Wouldn?t It Be Good“ näselte, und dass sie mal wieder richtig abhotten konnten – zu Kim Wildes „Kids in America“. Fürs ZDF ist das eine sensationelle Nachricht. Seit Jahren zerbricht man sich auf dem Mainzer Lerchenberg die Köpfe, wie man das junge Publikum aus dem Internet zum Zweiten Deutschen Fernsehen zurücklotsen kann. Gottschalk, 69, weiß, wie: Denn Alt ist das neue Neu. In seiner 80er-Fernseh-Fete kündigte er also gleich noch das Comeback von „Wetten, dass..?“ an, das 2014 eingestellt wurde. Alles kommt wieder, siehe: Neon. Im November 2020 sticht das einstige ZDF-Flaggschiff „noch einmal“ in See – „mindestens“, wie der Sender frohlockte. „Eine Bagger-Wette brauch? ich bestimmt!“, sagte Thommy. Wir sagen: „Top, die Wette gilt!“ Und empfehlen dem ZDF, den aktuellen Sendebetrieb einzustellen und das Programmjahr 1987 aus dem Archiv zu holen. Samt „Ronny?s Pop Show“ und „Der Denver-Clan“.

    Von Daniel Wirsching

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