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    Unterm Strich: Bestechende Mode auf der Haut

    Wer heute nicht tätowiert ist, ist hoffnungslos von gestern. Schon jeder fünfte Deutsche trägt ein Tattoo, Tendenz steigend. Einst war das nur was für Nutten, Matrosen und Kriminelle in der Zelle. Dann kam der Durchbruch für jedermann und -frau: das Arschgeweih. Nicht jede trug es so würdig in der Nierengegend zu Markte wie die schöne Schauspielerin Sibel Kekilli in ihren texilfreien Frühfilmen. Vor Gericht protzte ein Bayern-Fan des Fanclubs Schickeria in Würzburg mit seiner Wade, auf die der Balkon des Münchner Rathauses gestochen war. Andere lassen sich heute einen stilisierten Rasenmäher am Hinterkopf (oder sonstwo) stechen, um fehlenden Haarwuchs an der Stelle zu begründen. Manche tragen das McDonalds-Zeichen oder die Jägermeisterflasche auf der Haut. Besonders cool fand sich der Angeber, der sich rund ums beste Stück den Kopf eines Elefanten stechen ließ. Mann sollte heute auch nicht mehr überrascht sein, wenn er der neuen Freundin erstmals an die Wäsche geht – und auf dem Bauch in Schnörkelschrift Weisheiten liest wie „Erst grübeln, dann dübeln“ oder „Mindestens haltbar bis 2040“. Man darf bei Tätowierern nicht an der falschen Stelle sparen wie die Frau, die sich „Its my Life“ (ihr Lieblingslied) auf die Haut schreiben ließ. Darunter steht jetzt, das Lied sei von „Jon Bovi“. Und so sexy das sein mag: Wählen Sie nie chinesische Schriftzeichen, die der Tätowierer nicht lesen kann. Sonst dürfen Sie sich nicht wundern, wenn später „Ente süß-sauer“ auf Ihrer Brust steht. Nehmen Sie lieber einen soliden deutschen Spruch: „Eine ehrliche Haut bleibt selten heil.“

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