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    Unterm Strich: Das große Brexit-Finale

    Wer braucht noch Dschungelcamp oder die Plapper-Heidi, wenn uns jede Woche die Seifenoper „Brexit – Final Countdown“ geboten wird? Herrlich, wie Theresa May im Parlament von einer Dschungelprüfung in die nächste stiefelt – und John Bercow als Mister Speaker der Dame von Downing Street immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht, großes Kino! Die „Challenge“ ist viel besser als Laufsteg-, Sing-, Tanz- oder Kochwettbewerbe: „Britannien sucht den Brexit-Buhmann“. Debatten im Parlament schaut man gemeinsam als Serien-Event – stilecht bei Fish and Chips und halbwarmem Cider und original mit Untertiteln auf BBC, ITV oder Channel 5. Kenner plappern den rituellen Spruch des Mister Speakers mit, wenn Theresa wieder Prügel bezieht: „Diwischääään – Clear the Lobby“, und „The ayes to the right, the noes to the left“ (Die Ja-Stimmen nach rechts, die Nein-Stimmen auf die linke Seite). In solchen Seifenopern ist alles möglich, auch dass die Queen Theresa May in den Tower sperrt. Oder May fährt heimlich mit Prinz Philip aufs schottische Schloss, um, nun ja, am Brexit-Plan zu feilen. Unterwegs könnte der Landrover mit Victoria Beckhams Rolls Royce kollidieren, die just da ein Rendezvous mit EU-Ratspräsident Juncker hat. Was kommt noch? Tritt Britannien den Vereinigten Staaten von Trumpania bei? Lässt Theresa May den Big Ben von James Bond sprengen und behauptet: Die EU ist schuld? Oder gewinnt sie die Herzen im Parlament, indem sie Shakespeare zitiert: „Obs edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern des wütenden Geschicks erdulden . . .“? Wir sind gespannt.

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