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    Unterm Strich: Die Erde ist noch zu retten

    Wir können nicht mehr warten – und müssen einige Zeilen über Greta Thunberg verlieren. Sie hat uns den Glauben zurückgegeben, dass die Erde, im Gegensatz zum Menschen an sich, noch zu retten ist. Aktuell schippert die schwedische Klima-Aktivistin mit einer australischen Familie umweltfreundlich auf dem Katamaran „La Vagabonde“ von der US-Ostküste Richtung Spanien und Madrid zum verlegten Klimagipfel. Für einen jungen Menschen, dessen Mission beinahe schon spirituell aufgeladen ist, eine tolle Sache. Auch wenn Greta Thunberg an die religiösen Führer vergangener Zeiten nicht heranreicht, die in solchen Fällen einfach das Meer zu teilen wussten. Vorbildlich ist das Unterfangen, auf unnötige Flugreisen zu verzichten, aber zweifellos. Wenn Angela Merkel zum Ende ihrer Amtszeit ihren umweltpolitischen Ruf retten will, wird sie also ihre Abschiedstournee zu den Führern dieser Welt auf der sanierten Gorch Fock mit der Segelbereitschaft der Bundeswehr unternehmen. Ein viel radikalerer Ansatz wäre gewesen, statt eines technisch hochgerüsteten Luxus-Katamarans die Überfahrt klassisch mit Floßhölzern und Hanfseilen zu wagen. Das wäre auch ein Vorgriff auf die touristische Entwicklung hierzulande. Die Jahre auf Malle oder Kreta waren gewiss schön. Jetzt gilt es aber, den Reiz einer weinseligen Floßfahrt auf dem Main für den Massentourismus zu entdecken. Sollten die Kapazitäten an Frankenwein nicht ausreichen für die zukünftigen Touristen-Horden, dann müsste der Klimawandel halt doch etwas nachhelfen – mit einem guten Stöffchen aus sonniger schwedischer Lage!

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