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    Unterm Strich: Ein Zaubertrank für die Polizei

    Bayerns Innenminister hat seiner Polizei schon so einiges spendiert: neue, blaue Uniformen, neue Pistolen, Hunderttausende Überstunden. Aber dass er für seine Beamten jetzt einen echten Sternekoch einspannt, das hat eine neue Dimension. Der fränkische Minister Joachim Herrmann hat den fränkischen Starkoch Alexander Herrmann beauftragt, eine neue Einsatzverpflegung für die Bereitschaftspolizei zu kreieren. „Gesund“ und „auf Sterne-Niveau“, wirbt das Ministerium vollmundig. Klingt köstlich. Doch es ist: ein Drink aus Hafer und Molke. Das müssen die Beamten erstmal verdauen. Zugegeben, auf Sterne-Niveau war die Einsatzverpflegung bisher nicht. Aber muss es denn jetzt so ein pseudo-trendiges Superfood-Dingens sein? Halblang. Hafermilch ist vegan, ballaststoffreich. Sehr gesund. Sehr nahrhaft. Und es ist ja nicht mehr so wie früher, als Bayerns Polizeibeamte angeblich zum Frühstück einen Liter Stierblut kippten, um sich auf den Einsatz einzustimmen. Nein, der moderne Beamte trägt Hipster-Vollbart und Chakra-Tätowierung und deeskaliert. Auch Veganer soll es schon bei der Polizei geben. Warum also nicht beim kraftraubenden Einsatz gegen Fußball-Hooligans einen Hafer-Molke-Drink für zwischendurch? Antwort: Weil?s nicht schmeckt. Der „Power Panther Shake“, wie das Getränk in Anlehnung an das Wappentier der Bereitschaftspolizei heißt, werde „ungeahnte Kräfte freisetzen“, sagt der Minister. Oha. Bayerische Polizisten leiden traditionell eher nicht an zu geringer Schlagkraft. Hoffentlich werden die Beamten vom Hafer in dem Drink nicht zu sehr gestochen.

    Von Holger Sabinsky-Wolf

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