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    Unterm Strich: Erdogan und die Gewerkschaftsbosse

    Diesen Türken-Witz müssen wir an dieser Stelle einfach erzählen: Am Mittwoch hat Recep Tayyip Erdogan den „Tag der arbeitenden Journalisten“ gefeiert. Natürlich war der deutsche Journalist Deniz Yücel – seit mehr als zehn Monaten in türkischer Haft – nicht mit von der Partie, denn Yücel arbeitet ja gerade nicht. Das hindert Erdogan nicht, die Pressefreiheit in seinem Reich zu rühmen. Vielleicht versteht er den Begriff „Pressefreiheit“ aber nur falsch und er bemüht sich schlicht, die Türkei frei von Presse zu bekommen. Erdogans Politik spornt uns noch mehr an, für das ungezügelte Wort und den ungeschliffenen Gedanken gerade an dieser Stelle einzutreten. Der Leser wird schnell einsehen, dass es ein täglicher Kraftakt ist, diese weiße Fläche zu füllen. Eine 28-Stunden-Woche zum Beispiel reichte für Glossisten niemals aus, so mühsam ist ihr Tagwerk. Doch gerade diese 28-Stunden-Woche für bis zu zwei Jahre fordert gerade die IG Metall. Wobei wir auch Vorteile für die Arbeitgeberseite erkannt haben. Wird ein Metallarbeiter plötzlich krank, bedeutet das viel weniger Personalausfall, als es noch bei der 35-Stunden-Woche der Fall war. Wir wollen genau sein: Die 28 Stunden sollen auch jenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zugute kommen, die sich um die Erziehung ihrer Kinder kümmern wollen.

    Das Problem: Die Kinder sind daheim gar nicht anzutreffen, weil sie in der Ganztagesbetreuung sitzen. Wir wollen dennoch den guten Willen der Gewerkschaftsbosse anerkennen. Wir kämpfen ja Seit' an Seit: Für eine 28-Stunden-Woche für Glossisten – bei vollem Pointen-Ausgleich!

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